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Neue Toshiba Fernseher: 3D ohne Brille

Das herausstehende Merkmal des kommenden Nintendo 3DS ist seine Fähigkeit, 3D-Inhalte ohne Brille darstellen zu können. Toshiba realisiert dies nun auf Fernsehgeräten und zeigt das Konzept auch an einem Notebook.

04.10.2010, 15:37 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Eines der größten Hardware-Themen ist zurzeit die 3D-Technik. Computer-Monitore, Notebook-Displays und Fernseher locken den Nutzer mit räumlicher Darstellung – setzen ihm aber leider auch immer eine Brille auf. Der Nintendo 3DS, der im März auf den Markt kommt, benötigt hingegen keine besondere Brille. Auch Toshiba geht demnächst in diese Richtung.

12- und 20-Zöller für Technikfans

Wie Toshiba anlässlich der IT-Messe Ceatec in Tokyo mitteilte, startet das Unternehmen bald mit der Auslieferung von Displays, die ohne Shutter-Brille 3D-Inhalte darstellen können. Möglich wird das mit einer speziellen Beschichtung auf dem Display, einer hochauflösenden LED-Beleuchtung und einem Cell Prozessor, bekannt durch die Playstation, der die aufwendigen Berechnungen übernimmt: Jedes Einzelbild setzt sich aus neun verschiedenen Perspektiven zusammen. Auch 2D-Ausgangsmaterial sollen die neuen Fernseher auf diese Weise auf 3D trimmen können.

Die Geräte mit der Bezeichnung 3D Regza kommen allerdings nicht in üblichen Fernsehergrößen auf den Markt – sie sollen für den Kunden schließlich bezahlbar sein. Stattdessen startet Toshiba ein kleines 12-Zoll-Exemplar, den 12GL1 mit 30,5 Zentimetern diagonaler Fläche, und einen 20-Zoll-Monitor. Der 20GL1 misst diagonal dementsprechend 50,8 Zentimeter, die Auflösung liegt bei 1.280x720 Bildpunkten.

Warum der Konzern sich zu diesem Zwischenschritt entschlossen hat, zeigt auch die Antwort auf die Zuschauerfrage, ob die neuen Displays nicht den Markt der aktuellen 3D-Geräte mit Brille kannibalisierten. Toshiba teilte mit, dass die zwei geplanten kleinen Displays zeigen sollen, was in Zukunft möglich sein wird. Sie richten sich daher klar an Early Adopters. Eine Gefahr für das bestehende Geschäft sieht Toshiba nicht. Ein Notebook hat der Hersteller ebenfalls mit einem solchen 3D-Display ausgestattet, allerdings handelt es sich bei dem gezeigten Laptop noch um einen Prototyp.

Die 3D-Bildschirme sollen im Dezember in Japan verkauft werden. Einem Bericht der "New York Times" (NYT) zufolge liegen die Preise bei 120.000 und 240.000 Yen, was rund 1.050 beziehungsweise 2.100 Euro entspricht. Wann beziehungsweise ob die 3D-Bildschirme in Europa auf den Markt kommen, konnte Toshiba noch nicht mitteilen. Für eine Vermarktung in Europa und in den USA sei es zudem wichtig, die Modelle in größeren Versionen herauszubringen, zitiert die NYT Masaaki Oosumi, Leiter der entsprechenden Abteilung von Toshiba Japan. Von Toshiba Europe heißt es dazu, dass der Start von Bildschirmen jenseits der 40-Zoll-Marke zu akzeptablen Preisen noch einige Jahre dauern werde.

(Saskia Brintrup)

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