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Neue Top Level Domains: ".xyz" ist besonders beliebt

Nicht nur regionale Anbieter sollten die Top Level Domain Trends im Blick haben. Denn wer zuerst kommt, mahlt zuerst - und verdient womöglich am besten. Der Weg zur eigenen New TLD ist eigentlich ganz einfach.

08.09.2014, 18:57 Uhr
Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com

Dot.de kann ja jeder – im Trend liegen die neuen Top-Level-Domains (TLD) wie ".tips" und ".club". Dazu gehören auch die sogenannten geo-TLDs wie ".berlin", ".hamburg" und ".koeln" - die Domstadt-Domain ist erst seit 5. September verfügbar und wurde bereits drei Stunden nach Starttermin 16.000 mal freigeschaltet, so Regional-Provider Netcologne.

geo-TLD: Lokaler Bezug ist garantiert

Vorteil hier: Wer eine geo-TLD registriert, vermittelt Kunden und Webseiten-Besuchern einen regionalen Bezug, noch bevor der Nutzer das Portal "betreten" hat. Wer würde wohl annehmen, dass die Seite Schönes Berlin etwas anderes zum Thema haben könnte als regionale Infos oder Bildergalerien rund um die Landeshauptstadt? Was für Freizeit-Blogs ein angenehmer Nebeneffekt ist, kann beispielsweise für mittelständische Handwerksbetriebe oder Unternehmen der Tourismusbranche nahezu lebenswichtig sein.

United-domains.de zufolge sind bereits über 350 neue TLDs ins Domain-Namens-System der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) eingetragen. ".shop", ".web" und ".bayern" sind bei dem süddeutschen Registrar die Kassenschlager, wobei ".shop" aktuell mit knapp 136.000 Anmeldungen führt.

150 neue Endungen sind nach Angaben des Dienstleisters bereits verfügbar, und das ist erst der Anfang. Insgesamt seien rund 1.300 neue TLDs geschaffen worden, von denen 500 frei verfügbar sein werden, so Pressesprecherin Christina Witt vom zweitgrößten europäischen Webhoster Strato in Berlin.

Aber wie kommt der Seiten-Betreiber nun an seine Wunsch-TLD? Zunächst einmal sollte man wissen, was sie einem wert ist, denn es gibt je nach Domain kostenpflichtige, auf bestimmte Betreiber beschränkte und frei verfügbare Angebots-Phasen, die von Domain zu Domain variieren. Manche Domains durchlaufen nur zwei Phasen, andere wie zum Beispiel ".koeln", und ".cologne" kennen vier Stufen, da neben Markeninhabern auch Vereine und andere Träger eine Chance haben sollen, ihre bevorzugte Webadresse zu sichern.

"Clearinghouse" soll vor Domain-Grabbern schützen

Pre-Sunrise: Sind die Verträge zwischen Vergabestelle und ICANN geschlossen, beginnt die sogenannte Pre-Sunrise-Phase. Schon in dieser Phase können Domains registriert werden. United-domains.de bietet zum Beispiel unverbindliche Vor-Registrierungen für interessante domains wie ".amsterdam", ".web" und ".app" an, die 2014 / 2015 zum Leben erwachen und voraussichtlich wie heiße Semmeln weggehen werden. Nach Angaben des Anbieters gelingt es häufig, die vorbestellte Domain mit Fristbeginn zu registrieren. United-domains.de spricht von einer Erfolgsquote von 80 bis 90 Prozent.

Sunrise: In dieser Phase können sich Markeninhaber Domains zu ihrer Marke bevorrechtigt sichern – ein Prozess, der allerdings kostenpflichtig ist. In der etwa 30-tägigen Phase kommen Markeninhaber zum Zug, deren Marke ins Trademark Clearinghouse eingetragen ist. Die Marken-Datenbank verwaltet die Markenschutzrechte an den Domains: Wer dort gemeldet ist, wird informiert, sobald andere Betreiber Interesse zeigen, eine Seite mit der Marken-Domain anzumelden, so Pressesprecher Markus Schölles von United-domains.de im Redaktionsgespräch. Der Vorteil: Betreiber werden vor Domain-Grabbern geschützt, die gezielt die Adressen bekannter Marken blockieren, um sie dem Markeninhaber dann teuer zu verkaufen. Der Registrar aus Starnberg berechnet pro Eintrag 179 Euro.

Landrush-Phase: Zwischen "Sunrise" und allgemeiner Verfügbarkeit ("General Availability") liegt die "Landrush Phase", die ebenfalls rund 30 Tage dauert, vom ICANN aber nicht verbindlich vorgeschrieben ist: In dieser Phase ist das Registrieren von Domains für jedermann möglich, allerdings zu erhöhten Preisen. In Einzelfällen finden auch Auktionen statt.

General Availability: Schließlich geht es in die letzte Runde, die von vielen Betreibern ersehnte "General Availability"-Phase. Auch hier sind die neuen TLDs in Sachen Unterhalt oft teurer als herkömmliche Adress-Endungen. Generell gilt für die meisten Anbieter: Gezahlt werden die Gebühren ein Jahr im Voraus, Einrichtungsgebühren gibt es nicht. Nicht alle Dienstleister bieten alle der verfügbaren neuen geo- und generic TLDs an und wenn, dann zu unterschiedlichen Konditionen. Jeder Anbieter setzt seine eigenen Prioritäten - So gehen 1&1 und Strato den Weg, die Kunden ein Jahr mit Appetithäppchen zu locken, bevor der reguläre Preis berechnet wird.

Doch wie erfährt der Betreiber, in welcher Phase sich seine Wunsch-TLD gerade befindet? Web-Hoster und Registrare sind hier die geeigneten Ansprechpartner. Aufschluss über die Prominenz bestimmter Domains geben darüber hinaus Portale wie die Webseite ntldstats.com von Oliver Meinecke, die den aktuellen Trend abbilden will, laut Impressum auf der Basis verschiedener Quellen wie Registraren und Meldestellen.

(Dorothee Monreal)

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