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Neue TLDs im Vergleich: Das kosten ".berlin" & Co

".berlin", ".hamburg" und ".koeln" machen schon Furore, ".shop", ".web" und ".app" stehen ihnen kaum nach. Doch was kosten die neuen geo- und generic Top Level Domains (TLD) im Unterhalt? Unsere Redaktion hat die Preise mehrerer Anbieter zusammengestellt.

06.08.2014, 17:16 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Der frühe Vogel fängt den Wurm: Im Wochentakt durchlaufen aktuell die neuen Top Level Domains (TLDs) die Launchphasen "Sunrise", "Landrush" und "General Availability". Und spätestens im letzten Status heißt es rechtzeitig zuschlagen, damit Wunsch-Webadressen wie "meinestadt.berlin" oder "Dom-zu.koeln" nicht an die Konkurrenz gehen. Aktuell sind rund 150 neue Domains verfügbar", so Christina Witt vom zweitgrößten europäischen Webhoster Strato. Insgesamt seien rund 1.300 neue TLDs geschaffen worden, von denen 500 frei verfügbar sind, so die Pressesprecherin. Die anderen gehen gar nicht erst auf den freien Markt, da sie bestimmten Institutionen und Unternehmen vorbehalten sind, beispielsweise".canon".

Städte-Domains gehen wie heiße Semmeln

".shop", ".web" und ".bayern" sind bei united-domains.de die Kassenschlager bei den Vorbestellern, wobei ".shop" mit 135.609 Interessenten führt. Gerade die Städte-TLDs erfreuen sich offenbar generell großer Beliebtheit. So gab es im Juni bereits rund 100.000 Vorreservierungen für Internetadressen mit den Endungen ".koeln" und ".cologne", was laut Kölns Stadtdirektor Guido Kahlen rund 10 Prozent der Kölner Bevölkerung entspricht. Auch ".berlin" erfreut sich reger Nachfrage: Die Stadtadresse sei "die beliebteste Domain-Endung unter den bisher neu eingeführten Top-Level-Domains", so Strato-Chef Christian Böing.

Der Launch der neuen TLDs in mehreren Schritten wurde von der Internetorganisation Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) festgelegt – die Umsetzung kann von Domain zu Domain und von Anbieter zu Anbieter variieren. So gibt es Domains, die nur zwei Phasen durchlaufen und andere wie zum Beispiel ".koeln", und ".cologne", die in einer Sonderphase auch Vereinen eine Chance geben wollen, ihre bevorzugte Webadresse zu sichern.

Generell gilt: In der etwa 30-tägigen "Sunrise Phase" kommen Markeninhaber zum Zug, deren Marke ins Trademark Clearinghouse eingetragen ist. Sie können bereits vor Beginn der öffentlichen Registrierung einer neuen Domain-Endung die Webadresse zu ihrer Marke sichern und Domain-Grabbern den Wind aus den Segeln nehmen, die gezielt die Adressen bekannter Marken blockieren, um sie dem Markeninhaber dann teuer zu verkaufen. Nachteil: Das Sichern der TLD in dieser Phase kann mehrere hundert Euro kosten.

Zwischen "Sunrise" und allgemeiner Verfügbarkeit ("General Availability") liegt die "Landrush Phase", die ebenfalls rund 30 Tage dauert, vom ICANN aber nicht verbindlich vorgeschrieben ist: In dieser Phase ist das Registrieren von Domains für jedermann möglich, allerdings zu erhöhten Preisen. In Einzelfällen finden auch Auktionen statt.

".bayern" kommt am 30. September

Doch auch in der "General Availability"-Phase, der letzten der drei Instanzen, sind die neuen TLDs in Sachen Unterhalt oft teurer als herkömmliche Adress-Endungen. Generell gilt für die meisten Anbieter: Gezahlt werden die Gebühren ein Jahr im Voraus, Einrichtungsgebühren gibt es nicht. Nicht alle Dienstleister bieten alle der verfügbaren neuen geo- und generic TLDs an und wenn, dann zu unterschiedlichen Konditionen. Jeder Anbieter setzt seine eigenen Prioritäten - So gehen 1&1 und Strato den Weg, die Kunden ein Jahr mit Appetithäppchen zu locken, bevor der reguläre Preis berechnet wird. Domainpoint.de aus Regensburg hingegen wirbt jetzt schon mit der ".bayern"-Domain, die ab 30. September allgemein zu 3,50 Euro verfügbar sein wird.

Wer sich für eine der neuen TLDs interessiert, erfährt Näheres über Phasen und Verfügbarkeit beim Provider seiner Wahl. Unsere Redaktion hat die Preise mehrerer Anbieter für bestimmte Neu-Domains recherchiert und den klassischen Domains gegenübergestellt.

Top Level Domains und ihre Preise


*) In Klammern: Monatliche Kosten nach einem Jahr

(Dorothee Monreal)

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