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Neue TLDs: Erste Domains sollen Ende April feststehen

Vor rund einem Jahr begann das Bewerbungsverfahren für die neuen Top Level Domains. In einem Interview nannte ICANN-Chef Fadi Chehadé nun eine Deadline für die Bekanntgabe der ersten zugelassenen Adressendungen.

18.02.2013, 16:01 Uhr
Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com

Seit mehr als drei Jahren wartet die Internet- und Hosting-Branche auf die sogenannten neuen Top Level Domains – kurz new gTLDs. Nach einer langen Vorbereitungsphase startete die zuständige Domain-Verwaltungsorganisation ICANN schließlich Anfang letzten Jahres das immer wieder von Pleiten, Pech und Pannen überschattete Bewerbungsverfahren. Nun ist allerdings ein Ende des so kostspieligen wie komplizierten Prozesses absehbar. In einem Interview stellte Fadi Chehadé, CEO der ICANN, die Bekanntgabe der ersten zugelassenen Domains für den 23. April in Aussicht.

"Große Fortschritte"

Chehadé zufolge habe man in den letzten Wochen "große Fortschritte" bei der Antragsbearbeitung gemacht und könne sich daher auf dieses - letztendlich überraschend frühe - Datum festlegen. Zwar sei nicht auszuschließen, dass sich weitere Verzögerungen ergäben, jedoch handele es sich dann lediglich um Tage oder Wochen, keinesfalls aber Monate.

Als unbekannte Größe gilt derzeit noch die laufende Untersuchung des – nach mehrmaliger Verlängerung – nun bis zum 1. März angesetzten "String Similarity Panels". Dieses prüft sämtliche newTLD-Anträge auf eine mögliche Verwechslungsgefahr mit bestehenden Domain-Endungen und spricht gegebenenfalls Ablehnungen aus. Bewerber, die gegen daraus resultierende Entscheidungen Einspruch erheben wollen, haben anschließend nur wenige Tage Zeit, zu reagieren: Am 13. März endet offiziell die Frist für formale Beschwerden. Aufgrund der relativ knappen Zeitspanne sehen einige Beobachter daher bereits die Gefahr eines weiteren Verzugs, sollten sich viele Streitfälle ergeben.

Auch Chehadé selbst beurteilt die ausgegebene Deadline nicht unkritisch. Erst Ende Januar hatte der ICANN-Chef laut einem Bericht des Fachmagazins domainincite.com bei einer Konferenz in Amsterdam erklärt, aus seiner ganz persönlichen Sicht wäre es am sinnvollsten, die Ausgabe der ersten neuen Adressendungen um ein Jahr nach hinten zu verschieben. Die ICANN agiere derzeit an der Leistungsgrenze. "Wir haben hier Leute, die arbeiten sieben Tage die Woche an dem newTLD-Programm - das hat es nie zuvor gegeben", so Chehadé.

(Christian Wolf)

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