News

Neue Tarife auch bei Victorvox

Auf der ersten Blick attraktiv, auf den zweiten Blick alles andere als das. Vertragskunden werden weiter gemolken.

27.02.2006, 14:12 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Der nahende Monatswechsel scheint es den Mobilfunk-Serviceprovidern angetan zu haben. Auch Victorvox möchte ein Zeichen setzen und strukturiert seine Fair-Free-Tarife neu. Ab dem 1. März stehen drei statt bisher zwei Fair-Free-Tarife zur Auswahl. Sie sollen sich an Wenig-, Normal- und Viel-Telefonierer richten. Eine monatliche Grundgebühr fällt nicht an, dafür wird Monat für Monat ein Mindestumsatz erwartet.
Genau hingeschaut
Weiter im Angebot ist der Tarif "Fair Free 15" Hier erwartet Victorvox einen Mindestumsatz in Höhe von 15 Euro pro Monat, der auf alle nationalen Telefonie-Verbindungen sowie verschickte SMS angerechnet wird. Zu verschenken hat Victorvox aber nichts, die Minutenpreise sind zum Teil mehr als happig und eigenen sich keinesfalls für längere Telefonate. Ins deutsche Festnetz werden zur Hauptzeit (Montag bis Freitag zwischen 7 und 20 Uhr) 50 Cent pro Minute berechnet. In der Nebenzeit (Montag bis Freitag 20 bis 7 Uhr) werden 20 Cent pro Minute fällig. Immerhin: am Wochenende (Samstag und Sonntag ganztags) fällt der Minutenpreis auf 5 Cent. Netzinterne Gespräche und Anrufe zur eigenen Mailbox kosten 50 Cent zur Hauptzeit und 35 Cent während der Nebenzeit. Richtig teuer wird's wenn netzextern telefoniert wird. 85 Cent pro Minute während der Hauptzeit sind in negativer Hinsicht ein echter Hammer. Während der Nebenzeit fällt der Minutenpreis auf 45 Cent.
Neu im Angebot sind die Tarife "Fair Free 30" und "Fair Free 50", während "Fair Free 20" nicht mehr angeboten wird. "Bei Fair Free 30" wird ein monatliche Mindestumsatz von 30 Euro erwartet. Gespräche ins Festnetz kosten je nach Tageszeit und Wochentag zwischen 5 und 40 Cent pro Minute, netzintern kann rund um die Uhr für 30 Cent pro Minute telefoniert werden, in Fremdnetze für 40 beziehungsweise 70 Cent pro Minute. Auch hier wird im 60/30-Takt abgerechnet. Wer besonders viel telefoniert, kann sich bei einem monatlichen Mindestumsatz den Tarif "Fair Free 50" sichern. Die Minutenpreise für Gespräche ins Festnetz bewegen sich zwischen 5 und 30 Cent, netzinterne Telefonate kosten rund um die Uhr 20 Cent pro Minute, in Fremdnetze werden rund um die Uhr 40 Cent pro Minute in Rechnung gestellt.
Schlechter Takt
In allen Tarifen wird im kundenunfreundlichen 60/30-Takt abgerechnet, was bei hohen Minutenpreisen besonders negativ ins Gewicht fällt. Im Tarif "Fair Free 50" kann für 5 Euro extra im Monat eine sekundengenaue Abrechnung geordert werden. Eine SMS kostet in allen drei Tarifen 20 Cent. Außerdem muss eine einmalige Anschlussgebühr in Höhe von 24,95 Euro gezahlt werden.
Auch Aktionstarife nicht wirklich günstig
Kunden, die besonders viele SMS schreiben, steht der Aktionstarif "Fair Message & More" bereit. Günstig ist aber auch dieses Angebot nicht: Neben knapp 25 Euro für die Schaltung des Anschlusses werden monatlich 15 Euro Grundgebühr fällig. Dafür gibt es 100 Inklusiv-SMS. Jede weitere Kurzmitteilung kostet 20 Cent. Gespräche in das deutsche Festnetz und netzinterne Telefonate kosten rund um die Uhr 45 Cent pro Minute, netzextern werden 75 Cent fällig – ebenfalls bei Abrechnung im 60/30-Takt. Zum Vergleich: o2 Genion ist schon ab knapp 5 Euro monatlich erhältlich, beinhaltet bei Online-Abschluss ebenfalls 100 Frei-SMS und mit der kostenlosen Mobile-Option sind Telefonate in alle deutschen Netze schon ab 19 Cent pro Minute möglich.
Für Kunden, die häufig ins Festnetz telefonieren, soll der ebenfalls als Aktion vermarktete Tarif "Fair Call@home" neue Türen öffnen. Für monatlich 12,50 Euro gibt es 50 Gratis-Minuten für Gespräche in das deutsche Festnetz. Macht bei optimaler Ausnutzung einen Minutenpreis in Höhe von 25 Cent. Ab der 51. Minute werden für Gespräche ins Festnetz 40 Cent zur Hauptzeit, 20 Cent zur Nebenzeit und 5 Cent am Wochenende berechnet. Netzinterne Telefonate kosten zwischen 35 und 50 Cent pro Minute, netzextern werden pro Minute 45 beziehungsweise 85 Cent verrechnet. Abrechnung: wie üblich im 60/30-Takt.
Fazit: Viel zu teuer
Zwar spricht Victorvox in seiner offiziellen Unternehmensmitteilung zu den neuen Tarifen davon, dass der Kunde bei der Neugestaltung der Vertragstarife von Anfang an im Fokus gestanden habe, ein genauerer Blick auf die Tarifdetails lässt davon aber herzlich wenig erkennen. In Zeiten, in denen über die so genannten Mobilfunk-Discounter schon ab 4 Cent pro Minute mobil telefoniert werden kann, wirken Minutenpreise in Höhe von bis zu 85 Cent, wie sie Victorvox nun seinen Vertragskunden verkaufen will, wie ein Schlag ins Gesicht. Die Mobilfunkanbieter sollten ihren Vertragskunden endlich faire und vor allem günstige Minutenpreise anbieten.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang