Zwischenbericht einer US-Regierungsstudie

Neue Studie zur Handystrahlung: Doch Krebsgefahr durch Smartphones?

Kann Handystrahlung Krebs auslösen oder das Wachstum von Tumoren befördern? Eine großangelegte US-Regierungsstudie sieht in einem Zwischenbericht zumindest einen schwachen Zusammenhang zwischen der allgegenwärtigen Strahlung und der Krebsgefahr. Im Test wurde dies allerdings nur bei männlichen Ratten nachgewiesen.

Jörg Schamberg, 30.05.2016, 13:29 Uhr
telefonierenDas Smartphone kommt im Alltag häufig zum Einsatz, doch kann die Handystrahlung das Tumorwachstum begünstigen?© goodluz / Fotolia.com

Berlin – Das Smartphone ist aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Das Mobilfunktelefon ist allgegenwärtig, insbesondere junge Leute surfen und telefonieren besonders häufig mobil. Gehören Sorgen um eine mögliche Gefahr durch Handystrahlung der Vergangenheit an? Immer wieder wurde in Untersuchungen behauptet, dass die Strahlen eine Krebsgefahr darstellen könnten. Andere Studien widerlegten dies. Nun gibt es eine neue, wissenschaftliche Studie im Auftrag der US-Regierung, angeblich eine der bislang größten Untersuchungen zur Handystrahlung. Wie die "Welt" berichtet, sollen die Forscher im Rahmen des "National Toxicology Program" demnach einen Zusammenhang von Handystrahlung und dem Wachstum von Krebstumoren nachgewiesen haben.

Tumorwachstum offenbar nur bei männlichen Ratten

Allerdings könne das derzeitige Zwischenergebnis der lang angelegten Studie nur einen schwachen Zusammenhang zwischen der Handystrahlung und Hirntumoren (Gliome) sowie Tumoren im Herzen (Schwannome) feststellen – und dies auch ausschließlich nur bei männlichen Ratten. Die Forscher fürchten aber dennoch "große Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit", da die mobile Kommunikation stetig zunehme.

Für die Untersuchung seien zwei Jahre lang mehr als 2.500 Ratten und Mäuse in unterschiedlichen Zeitabständen mit für Handys typischen Radiofrequenzen bestrahlt worden. Die Tumor-Fallzahlen seien recht gering gewesen. Ohnehin gebe es keinen Grund zur Panik. Die Strahlenforscherin Elisabeth Cardis, die 2011 selbst die "Interphone"-Studie zum Thema veröffentlicht hatte, erklärte, dass in Europa pro 100.000 Einwohnern bislang nur vier bis zehn Fälle von Gehirntumoren auftreten.

Finale Auswertung der Studie erst im Herbst 2017

Eine Endauswertung der Studie werde erst für Herbst 2017 erwartet. Die US-Regulierungsbehörde FCC könnte die Ergebnisse der Studie bei der Regulierung von Handys berücksichtigen, so ein Sprecher gegenüber dem "Wall Street Journal".

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