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Neue Strategie - Telekom will Gigabit-Gesellschaft

Konzernweit will die Telekom ihren Kunden höhere Geschwindigkeiten für das Surfen im Internet zur Verfügung stellen. Wachstum soll aus neuen Geschäftsfeldern kommen, die im Internet beheimatet sind.

17.03.2010, 16:06 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Angekündigt wurde sie schon vor einigen Wochen, erste Details sickerten bereits während der vergangenen Tage durch. Jetzt hat die Deutsche Telekom ihre neu entwickelte Strategie für die kommenden Jahre im Detail vorgestellt. Das Motto lautet: "Verbessern - Verändern - Erneuern". Und dabei setzt die Telekom auch auf neue Wege. Auf den Wachstumspfad möchte der Bonner Konzern nämlich unter anderem über Milliarden-Erlöse aus neuen Geschäftsfeldern rund um das Internet zurückkehren. "Die Telekom stellt sich ihrer gesellschaftlichen Aufgabe", sagte Vize-Aufsichtsratschef Lothar Schröder am Mittwoch in Bonn. Es sei geplant, den Weg zur Gigabit-Gesellschaft zu ebnen und in diesem Zusammenhang auch Möglichkeiten für neue Beschäftigung zu schaffen.

Ziel: Langfristiges Wachstum sichern

Konzernchef René Obermann erklärte, dass die Umsätze aus mobilem Internet, Unterhaltung und IT-Produkten die Einbußen aus dem klassischen Kerngeschäft mehr als wettmachen werden. Ein markenstarkes Kerngeschäft, das weiterhin eine tragende Rolle spielen soll, sei ebenso wichtig wie "der Mut, auf chancenreiche Wachstumsfelder zu setzen."

Bis 2015 rechnet der Telekom-Vorstand mit einer Verdoppelung der Umsätze in den neuen Bereichen auf 30 Milliarden Euro. Dazu zählt zum Beispiel auch die von freenet übernommene Webhosting-Marke Strato. "Die Industrie verändert sich und wir erneuern die Deutsche Telekom", sagte Obermann. "Unser Ziel ist, das weiterhin wichtige Geschäft mit schnellen Anschlüssen durch eine breite Palette von IT und Internetdiensten zu erweitern. Damit werden wir langfristiges Wachstum sichern."

Obermann bekräftigte ferner den Plan, noch in diesem Jahr mit dem Bau von Glasfaseranschlüssen direkt bis zum Endkunden zu beginnen. Ein Pilotversuch mit Gigabit-Anschlüssen soll Ende 2010 in Dresden starten. Bis 2012 sollen bis zu zehn Prozent beziehungsweise bis zu vier Millionen Haushalte mit Glasfaser versorgt werden können. Das lässt sich die Telekom nach eigenen Angaben rund 10 Milliarden Euro kosten.

Hinzu komme die Einführung neuer Mobilfunktechnologien wie LTE. Ziel sei es, Telekom-Kunden höhere Geschwindigkeiten für das Surfen im Internet zur Verfügung zu stellen und in diesem Zusammenhang auch neue Produkte anzubieten. Hinzu komme eine angestrebte Verbesserung der Performance im T-Mobile-Netz. "Mit entsprechenden regulatorischen Rahmenbedingungen und Kooperationsmodellen beim Netzausbau wäre es möglich, dass Deutschland die modernste Infrastruktur in Europa erhält", heißt es in einer Unternehmensmitteilung.

Marktführerschaft im deutschen Pay-TV-Geschäft angestrebt

Zum Ziel hat sich die Telekom auch gesetzt, Pay-TV-Marktführer in Deutschland zu werden. Bis 2015 sollen bereits fünf Millionen Kunden ein Entertain-Paket von T-Home nutzen. Zum Vergleich: Ende 2009 lag die Zahl der verkauften Entertain-Pakete bei rund einer Million.

Netzoffensive in den USA

Darüber hinaus arbeitet die Telekom an einer Netzoffensive in den USA, um dort bis Ende 2010 auf Basis von HSPA+ rund 185 Millionen Einwohner über Mobilfunk-Verbindungen mit bis zu 21 Megabit pro Sekunde an das Internet anschließen zu können. Doch weil Technik allein keinen Umsatz bringt, soll die Zahl der verkauften Smartphones in den Vereinigten Staaten deutlich steigen. Bis 2012 sollen mehr als die Hälfte der im Netz von T-Mobile USA betriebenen Geräte zu iPhone, Motorola Droid und Co. gehören. In Großbritannien gehe es darum, das neu gegründete Joint Venture von T-Mobile UK und Orange auf einen erfolgreichen Weg zu bringen. Das neue Unternehmen wird nach derzeitigem Plan Ende des dritten Quartals starten und dabei aus dem Stand als Marktführer agieren.

Neuerungen auch bei T-Systems

Umgebaut werden soll auch die IT-Sparte des Konzerns. Bei T-Systems sollen künftig Services wie Cloud Computing und IT-Lösungen für die im Umbruch stehenden Branchen Energie, Gesundheit, Mediendistribution und Automobil im Mittelpunkt stehen und auch international angeboten werden.

(Hayo Lücke)

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