Security

Neue Service-Rufnummern: Aus 0190 wird 0900

Mit dem Jahreswechsel sind die 0190-Rufnummern durch 0900-Nummern ersetzt worden. Wir geben einen Überblick zu den wichtigsten Änderungen.

04.01.2006, 12:55 Uhr
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Wer in diesen Tagen eine in den heimischen Unterlagen gelistete 0190-Service-Rufnummer anwählt, erlebt eine Überraschung. Statt am Ende der Leitung mit einem Gesprächspartner verbunden zu werden, ertönt die kostenlose Ansage "Die Rufnummerngasse 0190 ist durch die Rufnummerngasse 0900 abgelöst worden". Auf Anordnung der Bundesnetzagentur sind zum 1. Januar alle 0190-Nummer abgeschaltet und durch 0900-Nummer ersetzt worden.
Begonnen hat die Umstellung allerdings schon weit früher. Bereits Anfang 2003 wurden erste 0900-Nummern geschaltet, die den Inhalteanbietern seitdem einzeln zugeteilt werden. Die Bundesnetzagentur ist damit in der Lage, genauer darüber Auskunft zu geben, wer hinter welchen 0900-Nummer steckt.
Zwei Abrechnungsmöglichkeiten
Neu ist bei den neuen Rufnummern auch, dass sie keine feste Tarifkennung mehr haben. Der Anbieter der 0900-Nummer kann für jede Rufnummer frei festlegen, was der Anruf kosten soll. Dabei gibt es zwei Tarifmodelle: einmal wird bei Abrechnung im Minutentakt ein Minutenpreis zwischen wenigen Cent und maximal zwei Euro fällig. Nach maximal 60 Minuten muss die Verbindung allerdings getrennt werden.
Die zweite Möglichkeit ist, dass von dem Nummerninhaber eine Pauschale in Rechnung gestellt wird. Sie darf maximal 30 Euro kosten, egal wie lange das Gespräch dauert. Vor jedem Gespräch muss der Kunde kostenlos darüber informiert werden, wie teuer das Gespräch für ihn wird. Was wird geboten?
Zur besseren Orientierung wurden die über 0900er Nummern angebotenen Dienste in drei Gruppen eingeteilt. Unter der Vorwahl 0900-1 sind reine Informationsdienste zu erreichen. Die Vorwahl 0900-3 ist für Unterhaltungsdienste vorgesehen und über die 0900-5 werden sonstige Dienste geschaltet – zum Beispiel Datinglines oder Erotikangebote.
Wer wissen möchte, wer genau hinter welcher Rufnummer steckt, kann über eine spezielle Suchmaschine, die von der Bundesnetzagentur gepflegt wird, den Anbieter der jeweiligen Rufnummer ausfindig machen.
Dialer sind nicht Geschichte
Aber Vorsicht, die neuen 0900-Nummer sind keinesfalls Garant für hundertprozentige Sicherheit. Wer bisher mit 0190-Nummern versucht hat abzuzocken, wird dies wohl auch mit 0900-Nummern probieren. Schmalbandsurfer werden auch künftig mit der Gefahr leben müssen, sich Dialer einzufangen. Es gilt also weiterhin, bei jedem Schritt im Internet Vorsicht walten zu lassen.

(Hayo Lücke)

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