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Neue Porno-Abmahnwelle wegen Streaming? Anwalt warnt vor fingierten Abmahnungen

Betrüger verschicken derzeit laut "Focus" erfundene Abmahnschreiben. Die Empfänger sollen wegen illegalen Streamings eines Pornofilms 280 Euro Schadensersatz zahlen. Ein Berliner Anwalt warnt Betroffene vor einer Zahlung.

27.10.2014, 13:01 Uhr
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Im Dezember des vergangenen Jahres sorgte eine Abmahnwelle gegen Nutzer des Online-Portals Redtube für Aufregung. Tausende Nutzer der Webseite erhielten Abmahnungen wegen angeblich per Streaming aufgerufener Porno-Inhalte. Nun berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus" über eine neue Welle von wahrscheinlich mehreren hundert Abmahnungen.

Anwalt warnt Betroffene vor einer Zahlung

Dabei soll es sich allerdings um fingierte Schreiben handeln, die angeblich von der britischen Rechtsanwaltskanzlei Robert Barber verschickt worden sein sollen. Die Angeschriebenen sollen 280 Euro Schadensersatz wegen illegalen Streamings des Films "Sucking housewifes reloaded – Julias pleasure" der xfun film Ltd. zahlen.

Der Berliner Rechtsanwalt Johannes von Rüden warnt Empfänger solcher Abmahnungen vor einer Zahlung an die in dem Schreiben erwähnte Kontonummer. "Die xfun film Ltd. ist ein Unternehmen, das es offenbar nicht gibt, genauso wie das Filmwerk", erklärt der Anwalt. Zudem würde die wirklich existierende britische Anwaltskanzlei solche Briefe nie versenden, wie von Rüden telefonisch von der Londoner Kanzlei erfuhr. Die unbekannten Verfasser des Schreibens seien sehr professionell vorgegangen: Der Abmahnbrief sei laut von Rüden juristisch weitgehend korrekt verfasst worden.

(Jörg Schamberg)

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