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Neue Luftbrücke: Arcor bringt WiMAX nach 'Lautern

Update: Heute geht's los. Die pfälzische DSL-Wüste Kaiserslautern kann sich über neue Konnektivität freuen - per Funk. Airmax ist da.

Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com
Der größte Festnetz-Konkurrent der Deutschen Telekom AG, Arcor, bietet ab Dezember Breitband-Zugänge auf WiMAX-Basis an. Vorerst freuen sich nur Bewohner der rheinland-pfälzischen Stadt Kaiserslautern über die neue Versorgung aus der Luft - bei dem Angebot handelt es sich um den Mitte dieses Jahres angekündigten WiMAX-Feldtest im Rahmen der Breitbandinitiative Rheinland-Pfalz.

Vorreiterrolle

Kaiserslautern wird zur "AirMax-City": Arcor stattet das Stadtzentrum mit der neuesten Wireless-LAN-Generation WiMAX aus. Dabei kommt der im letzten Jahr veröffentlichte Standard IEEE 802.16-2004 (ehemals 802.16d) zum Einsatz. Über das terrestrische Funknetzwerk offeriert Arcor sowohl Daten- als auch Sprachdienste. Der Test dient dazu, den Technikumgang und die Realisation eines WiMAX-Netzwerkes auszuleuchten, so ein Unternehmenssprecher.

Die Eschborner verlangen für ihren AirMax-Anschluss monatlich 25,05 Euro. Hinzu kommen 4,95 Euro für die passende Daten-Flatrate. Der Kunde kann also für insgesamt 30 Euro so viele Bits und Bytes durch die Luft schicken, wie er will. Dabei beträgt der Downstream bis zu 1024 Kilobit pro Sekunde, gesendet wird mit 128 kbit/s. Die Vertragslaufzeit beträgt zwölf Monate.

VoIP inklusive Flatrate

Für 9,95 Euro Aufpreis bietet Arcor seinen Kunden eine Telefonie-Pauschale, mit der alle Gespräche ins deutsche Festnetz kostenlos sind. Diese werden via WiMAX und Voice-over-IP (Arcor@call) übertragen. Um das Anschließen analoger Endgeräte weiterhin zu ermöglichen, gibts einen VoIP-Router für lau obendrauf. Ebenso für 0 Euro zu haben ist das WiFi-Modem und bis Ende März 2006 zunächst auch die Einrichtung. Kunden, die auf einen Festnetzanschluss der T-Com auf Grund der Funk-Komplettversorgung verzichten möchten, sei gesagt, dass die konventionelle Sprachpforte nicht abgemeldet werden kann. Arcor drückt den funkenden Kunden nämlich die eigene Telefon-Preselection (Preselect free) aufs Auge. Zwar können AirMax-Nutzer den Preselection-Tarif von Arcor ignorieren und zum Pauschaltarif über VoIP telefonieren, die Grundgebühr für den Telefonanschluss müssen sie in jedem Fall weiter tragen.

Erreichbarkeit gewünscht

Was bewegte Arcor zu diesem Vorgehen? "Der Kunde erhält von Arcor einen hochwertigen Daten- und Sprachservice. Vom Sprachservice erwartet der Kunde sichere Erreichbarkeit. Daher besteht das Gesamtprodukt im Feldtest Kaiserslautern aus Internettelefonie einschließlich Sprachflatrate und zusätzlich Preselection", so Pressesprecher Paul Gerlach.

Gerlach führt weiter aus, dass mit der festen Voreinwahl ins Arcor-Netz über Preselection alle Sonderrufnummern sicher erreichbar seien und dem Kunden so außerdem die bisherige Rufnummer erhalten bliebe.

Festliche Einweihung

Der Startschuss für Arcor AirMax fällt am 7. Dezember im Rahmen einer Premierenfeier im neuen Fraunhofer Institut Kaiserslautern. Es treffen sich Interessierte und Pressevertreter, um einer Gesprächsrunde mit dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD), Arcor-Vorstandsmitglied Harald Stöber und Oberbürgermeister Bernhard J. Deubig (CDU) beizuwohnen Es ist soweit: Seit dem heutigen Mittwoch schließt Arcor die Breitbandlücke in Kaiserslautern mit dem neuen Airmax-Angebot. Der WM-Standort hat zwar ein kaputtes Stadion, dafür aber jetzt ein funktionierendes Breitbandfunknetz. Zahlreiche Privathaushalte, bislang aufgrund der verbauten Glasfaser ohne DSL, können nun auch mit Vollgas auf den Datenhighway starten.

"Modernste Infrastruktur"

Der zur Eröffnung anwesende Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz betonte den hohen Stellenwert der Breitbandtechnologie für das Bundesland. Durch die im Sommer 2003 gestartete Breitbandinitiative der Landesregierung und die Multimedia-Initiative rlp-inform habe Rheinland-Pfalz inzwischen die modernste Infrastruktur aller Länder. Kurt Beck weiter: "Die Möglichkeit, über Funktechnologien Breitband nutzen zu können, hilft dem Ausbau des Forschungs- und Wirtschaftsstandortes und unterstreicht die Leistungsfähigkeit des Landes am WM-Austragungsort Kaiserslautern."

Den Netzaufbau hat Arcor gemeinsam mit den Technischen Werken der Stadt und deren Tochter K-Net und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) realisiert. Oberbürgermeister Bernhard J. Deubig: "Kaiserslautern ist ein innovationsfreudiger Standort im Wissenschafts- und Forschungsbereich. Als AirMAX-City wird Kaiserslautern idealer Vorreiter der neuen Zugangstechnologie."

Zukunft WiMAX?

WiMAX gilt als eine leistungsfähige Methode, DSL-Lücken mit Breitbandinternet zu versorgen. Zahlreiche Anbieter setzen bereits auf die noch nicht vollständig standardisierte Funktechnik. So versorgt die Deutsche Breitbanddienste inzwischen auch Kunden in Berlin und Heidelberg mit Internet per Funk. Auch für Arcor ist das Projekt ein interessanter Test für den zukündtigen Ausbau. Arcor-Boss Harald Stöber ist gespannt auf die Ergebnisse des Kaiserslauterner Feldversuchs: "Die Erfahrungswerte werden uns zeigen, ob und unter welchen Bedingungen unterschiedliche Regionen mit einer Funklösung Breitbandzugänge erhalten können."

(Michael Müller und Volker Briegleb)

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