Details zum Marken-Launch

Neue Kabel-Marke PŸUR: Interview mit Marketing-Chef Tobias Schmidt

Die neue Marke PŸUR ist an den Start gegangen und ersetzt bestehende Marken wie Tele Columbus und primacom. Tobias Schmidt, Marketing-Chef von PŸUR, erläuterte unserer Redaktion im Interview Details zum neuen PŸUR-Angebot - und gab auch einen Ausblick auf Gigabit-Speed im Kabelnetz des Anbieters.

Tobias Schmidt, Marketing-Chef Tele Columbus AGTobias Schmidt, Marketing-Chef der Tele Columbus Gruppe.© Tele Columbus AG

Seit dem 4. Oktober 2017 ersetzt die neue Marke PŸUR die bisherigen Marken Tele Columbus, primacom und martens, die alle zur Berliner Tele Columbus AG gehören. Tobias Schmidt, Marketing-Chef des Kabelnetzbetreibers, stellte sich den Fragen unserer Redaktion zur Einführung der neuen Marke und zu dem neuen Produktangebot.

Herr Schmidt, sie haben bereits bei der Deutschen Telekom Erfahrungen mit dem Launch von Marken gesammelt. Bei der Tele Columbus AG zeichnen Sie als Marketing-Chef verantwortlich für die Entwicklung und Einführung der Marke PŸUR, die ab sofort die bisherigen Marken Tele Columbus, primacom und martens ersetzt. Welche Herausforderungen gab es bei der Entwicklung der neuen Marke?

PΫUR Das Logo der neuen Marke PŸUR.© Tele Columbus AG

Schmidt: Die erste Frage ist: Wie will sich das Unternehmen im Markt positionieren? Was sind die Produkte und für welche Kernbotschaften soll es stehen? Erst wenn dieser Rahmen abgesteckt ist, beginnt die eigentliche Suche nach einem Namen. Die Marken Tele Columbus, primacom martens oder cablesurf sind eher regional bekannt. Das wird der Position des drittgrößten deutschen Kabelnetzbetreibers nicht mehr gerecht.

Deshalb hatten wir die Freiheit alte Zöpfe abzuschneiden und vollkommen neu zu denken. Wenn wir in die Zukunft schauen, dann sind moderne Kabelanschlüsse ein bedeutender Teil der digitalen Infrastruktur in diesem Land. Deshalb wollen wir mit PΫUR eine neue, spannende Geschichte schreiben. Titel: PΫUR, das Netz der nächsten Generation.

Warum wurde der Markennamen PŸUR gewählt?

Schmidt: PΫUR, gesprochen wie das englische "pure", passte perfekt. Wir haben uns auf den Kern dessen zurückbesonnen worauf es bei einem Netzbetreiber ankommt: Leistung und Einfachheit. Darüber hinaus wollen wir jedem Kunden genau das anbieten was er braucht, nicht mehr und nicht weniger. Und zwar zu fairen Vertragsbedingungen.

PŸUR will nach eigenen Angaben einfache, faire sowie flexible Tarife bieten. Sind die bisherigen Angebote am Markt zu kompliziert und starr?

Schmidt: Es gibt Haushalte, die sich mit einem klassischen Kombiprodukt wohlfühlen und ihre Verträge deutlich über die Mindestlaufzeit hinaus behalten. Es gibt aber auch zunehmend Menschen die diese Art der Tarife intuitiv ablehnt, weil sie nicht durch lange Verträge gebunden sondern durch Leistung überzeugt werden wollen. Diesen Kunden bieten wir die Möglichkeit sich ihr maßgeschneidertes Produkt aus Internet und TV Komponenten selber zusammen zu stellen.

Kunden binden sich bei den neuen Produkten für Internet, Fernsehen und Mobilfunk lediglich drei Monate, danach sind die Tarife monatlich kündbar. PŸUR hat weiterhin zwei klassische Pakete mit einer Laufzeit von 24 Monaten im Portfolio. Warum?

Schmidt: Es gibt nach wie vor Kunden die sich mit der gelernten Logik wohlfühlen und denen der branchenübliche Angebotspreis von 20 Euro im ersten Jahr wichtig ist.

Warum lassen sich die beiden Komplettpakete "Surf & Phone 60 + TV" und "Surf & Phone 120 + TV" nur mit 24-monatiger Vertragslaufzeit buchen? Widerspricht das nicht dem PŸUR-Gedanken?

Schmidt: PΫUR verspricht seinen Kunden, genau das zu bekommen, was sie sich wünschen. Diese Pakete sind für Kunden gedacht die sich nicht groß mit dem Thema Internet und Fernsehanschluss beschäftigen wollen und leichte Vergleichbarkeit mit den anderen Anbietern möchten.

Die 2er Kombi 400, eine Doppel-Flat für Internet mit 400 Mbit/s und Telefonate in das deutsche Festnetz, kostete bei Tele Columbus bislang regulär 94,99 Euro pro Monat. Bei PŸUR gibt es eine entsprechende Doppel-Flat nun für 45 Euro monatlich. Wieso geht es jetzt erheblich günstiger?

Schmidt: Wir wollen die schnellen Internetanschlüsse für unsere Kunden deutlich attraktiver machen. Die Bandbreitenbedarfe steigen stetig. Hier liegt die Zukunft.

Können Bestandskunden bereits zum Start auf die neuen Angebote wechseln? Wenn ja, zu welchen Konditionen?

Schmidt: Ja, das können unsere Kunden auch innerhalb der Vertragslaufzeit immer dann, wenn der neue Wunschtarif mindestens einen Cent mehr kostet als der Alte. Wer zum Beispiel für seine 3er Kombi 120 heute 44,99 Euro bezahlt, konfiguriert sich jetzt sein Wunschpaket aus 200 Mbit/s schnellem Internet, Fernsehen in HD und deutschlandweiter Festnetzflat für 45 Euro und ist gleich ganz vorne mit dabei. Es gilt hierfür der reguläre Preis, gewährte Rabatte werden nicht berücksichtigt. Die Restlaufzeit des alten Vertrags wird in den neuen Vertrag übernommen, wenn er noch wenigstens drei Monate Restlaufzeit hat. Danach gilt dann die Kündigungsfrist von einem Monat.

Ein Blick in die Zukunft: Wann können PŸUR-Kunden in ersten Städten mit Gigabit-Speed im Kabelnetz surfen?

Schmidt: Einige Haushalte in Hamburg können das bereits. Im ersten Halbjahr 2018 werden weitere PΫUR-Kunden mit einem Gigabit surfen. Das passiert automatisch mit den dann integrierten GPON Gigabit-Glasfasernetzen von pepcom. Gigabit-Angebote in den FTTB DOCSIS-Ausbaugebieten wird es aber erst geben, wenn der DOCSIS-Standard 3.1 eingeführt wird. In der Fläche sehen wir das Tempo für 2018 noch nicht.

Jörg Schamberg

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