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Neue Itanium-2-Prozessoren von Intel

Intel verspricht doppelte Leistungsfähigkeit bei 20 Prozent niedrigerem Energieverbrauch.

19.07.2006, 16:29 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Der Halbleiterhersteller Intel hat im kalifornischen Santa Clara fünf neue Dual Core Itanium 2 CPUs der 9000er Serie vorgestellt. "Die bislang unter dem Codenamen Montecito bekannten Recheneinheiten verdoppeln die Leistungsfähigkeit der bisherigen Ein-Kern-Prozessoren von Intel und reduzieren gleichzeitig den Energieverbrauch um 20 Prozent", erklärt Intel-Sprecher Martin Strobel. Erstmals wurden die Prozessoren schon für den Herbst 2005 angekündigt. Nach wiederholtem Verschieben wurde in der Branche sogar schon spekuliert, dass sich Intel von der gesamten Itanuim-Produktlinie trennen würde. "Tatsächlich kamen die neun Monate Verspätung zustande, da das Design weiter optimiert und angepasst wurde", erläutert Strobel gegenüber der Nachrichtenagentur pte.
Neues Hightech-Produkt
Als Flagschiff der neuen Prozessorreihe präsentiert sich das Modell 9050. Es verfügt über zwei vollständige Prozessorkerne und einen dreimal so großen Cache wie Intels frühere Generationen. Dank Hyper-Threading Technologie kann er vier Threads pro Prozessor abarbeiten. "Die CPU verbraucht rund 100 Watt Leistung und verfügt über einen Level3-Cache mit 24 Megabyte Kapazität. Auf der Chipplatte sitzen 1,72 Milliarden Transistoren, wodurch das Design komplexer ist als jenes der bisherigen Prozessoren. Unsere Designer konnten dadurch viele mainframe-ähnliche Funktionalitäten in die Itanium Prozessoren integrieren. Dazu zählt beispielsweise eine stabile Virtualisierungsumgebung und höhere Cache-Verlässlichkeit", so Strobel. Die vorgestellten Prozessoren sind zwischen 1,4 und 1,6 Gigahertz getaktet.
Verglichen mit proprietären RISC-Prozessoren würden die Prozessoren dieser Serie dem Kunden besonders viele Wahlmöglichkeiten bieten. Derzeit befänden sich mehr als 8.000 verschiedene Anwendungen im Einsatz, so Intel in einer Aussendung. Auf Itanium-Prozessoren basierende Server und High-Performance-Computing-Systeme decken dabei eine besonders große Bandbreite ab, indem sie neben Windows, Linux, Unix und anderen Betriebssystemen auch neue Tools für die Migration von proprietären Servern und Großrechnern unterstützen. Mit der großen Flexibilität kombiniert stelle dies für die IT-Verantwortliche einen sicheren Weg dar, um zu standardbasierter Architektur zu wechseln.
Prozessoren für viel Leistung
"Die Dual-Core Itanium 2 Prozessoren wurden für besonders leistungsintensive IT-Aufgaben entworfen", meint Strobel. Dazu gehören zum Beispiel Business Analytics, große Data-Warehouses und das High-Performance Computing. Unternehmen setzten verstärkt auf Echtzeit-Analysen sehr großer Datenbestände, wodurch Wissenschaftler und Ingenieure auf sehr leistungsstarke Rechner angewiesen sind, um immer komplexere medizinische und klimatische Fragestellungen zu lösen. Für diese Kundenkreise sei der neue Itanium die richtige Wahl. Seine EPIC-Architektur ermöglicht einen sehr hohen Grad an Parallelisierung und Rechenleistung, so dass Analyse-Applikationen und Business-Intelligence-Software optimal unterstützt werden.
Die Zukunft der Intel-Prozessoren weist aber schon eindeutig in Richtung Mehrkern-Technik. Im kommenden Jahr wird der CPU-Marktführer mit dem Itanium-Chip Montvale noch einmal ein Dual-Core-Konzept auf den Markt bringen. Ab 2008 aber bricht mit der Tukwila-CPU dann endgültig das Mehrkern-Zeitalter an, das im Poulson-Prozessor, für die es laut Strobel noch keinen konkreten Zeitplan gibt, etabliert sein wird. Die Preise für den Montecito-Prozessor liegen je nach Taktrate und Größe des On-Chip-Caches (acht bis 24 Megabyte) zwischen 749 und 3.692 Dollar. Die ersten Systeme auf Basis der neuen Prozessoren sind für August angekündigt.

(Hayo Lücke)

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