Start in Baden-Württemberg

Neue Glasfaserkooperation: Schnelles Internet für ländliche Regionen

Ein Infrastrukturfonds, der Technologieanbieter ZTE sowie ein Netzbetreiber wollen gemeinsam Glasfasernetze in bislang unterversorgten Regionen errichten. Der Branchenverband VATM sieht Bewegung beim Ausbau echter Glasfaseranschlüsse.

Jörg Schamberg, 09.11.2017, 11:10 Uhr
DorfGlasfasernetze für den ländlichen Raum: In Deutschland geht eine neue Glasfaserkooperation an den Start.© Eric Gevaert / Fotolia.com

Köln – Der Anbieter Deutsche Glasfaser hat in verschiedenen Projekten in Deutschland bereits gezeigt, dass man auch ländliche Regionen erfolgreich mit Glasfasern versorgen kann. Nun hat sich eine neue Glasfaserkooperation gebildet, die ebenfalls auf eine bessere Versorgung des ländlichen Raums mit schnellen Glasfasernetzen zielt. Laut Branchenverband VATM haben die drei Unternehmen und VATM-Mitglieder Bouwfonds IM, ZTE sowie die Breitbandversorgung Deutschland (BBV) GmbH eine Kooperationsvereinbarung zum gemeinsamen, privatwirtschaftlichen Glasfaserausbau geschlossen.

Erstes Glasfaser-Projekt in Baden-Württemberg

Konkret soll der Infrastrukturfonds Bouwfonds die gemeinsamen Projekte der Partner finanzieren. Der "Communication Infrastructure Fund II“ des Bouwfonds will insgesamt zwischen 500 und 600 Millionen Euro in "passive Telekommunikationsinfrastruktur" wie Glasfasernetze, Sendemasten und Datenzentren investieren. Die Glasfasernetze selbst würden von ZTE gebaut und mit ZTE-Technologie ausgerüstet. Als Vermarkter und Betreiber der Netze soll BBV fungieren.

Der Startschuss für ein erstes Projekt fällt mit dem Bau eines Glasfasernetzes in der baden-württembergischen Stadt Bretten. Mögliche weitere Ausbaugebiete würden im Raum Nordbaden und Rhein-Neckar liegen. Diese sollen laut VATM in naher Zukunft angegangen werden.

VATM: Immer mehr Partnerschaften für den Glasfaserausbau

"Dieses Beispiel zeigt, dass wir aktuell eine große Dynamik beim Ausbau echter Glasfaseranschlüsse erleben. Auch Investoren nehmen Geld in die Hand und investieren in das FTTB/H-Netz in strukturschwachen Gebieten hierzulande", so VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. "Es schließen sich immer mehr Wettbewerber in tragfähigen Partnerschaften zusammen, um den flächendeckenden Glasfaser-Ausbau bis in Unternehmen und Häuser zu tragen. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, können wir mit weiteren milliardenschweren Investitionen rechnen."

Echter Glasfaserausbau auch auf dem Land erforderlich

Zugleich warnt Grützner aber: "Es wäre absurd, in Zukunft gerade im ländlichen Bereich wieder mit Brückentechnologien zu arbeiten, die nur ein paar Mbit/s mehr als die alte Kupfertechnologie können, aber den echten Glasfaserausbau im Land verteuern und gegenüber der Stadt noch weiter verzögern". Aufgrund der längeren Strecken im ländlichen Raum würden nur wenige Bürger wirklich 100 Mbit/s nutzen können. "Um unser Ziel Gigabit-Netze zu erreichen, müssen wir jetzt auf gigabitfähige Anschlüsse setzen und nicht erst in ein paar Jahren", fordert der VATM-Geschäftsführer.

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