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Neue Geschäftsmodelle im Netz: DGB-Chef warnt vor "moderner Sklaverei"

Eine Ausbeutung von Beschäftigten prangert DGB-Chef Reiner Hoffmann bei manchem aufstrebenden Internet-Dienst an. Es gehe um das Verdienen von schnellem Geld, Vorschriften würden umgangen. Hoffmann spricht von "moderner Sklaverei".

18.08.2014, 08:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Die Geschäftsmodelle mancher aufstrebender Internet-Dienste führen nach Einschätzung von DGB-Chef Reiner Hoffmann zur Ausbeutung von Beschäftigten. "Bei vielen dieser Angebote auf den Plattformen geht es eher darum, dass vor allem die Vermittler dauerhaft schnelles Geld bei Umgehung aller Vorschriften verdienen", sagte er dem "Spiegel" und fügte hinzu: "Das sind nicht neue Modelle der sozialen Ökonomie, sondern neue Formen der Ausbeutung."

Neue Formen prekärer Solo-Selbständigkeit

Statt regulärer Jobs würden auf solchen Plattformen häufig neue Formen prekärer Solo-Selbstständigkeit entstehen. "Das ist doch moderne Sklaverei", so der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftbunds (DGB) weiter. Die Politik müsse dafür sorgen, dass Kündigungsschutz, Mindestlöhne, Arbeitsschutz und Arbeitszeitregeln auch für die neuen digitalen Angebote gelten.

Auch Brigitte Zypries (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, sagte dem Magazin: "Im Silicon Valley herrscht eine Goldgräberstimmung und die Share-Economy wird nur positiv gesehen. Die sozialen Folgen werden ausgeblendet." Am Ende dürften nicht Staat und Gesellschaft die Verlierer sein. Deshalb müsse die ordnungsgemäße Versteuerung der Einnahmen sichergestellt werden. "Und wir müssen dringend die Haftungs- beziehungsweise Versicherungsfragen klären", so Zypries.

(Jörg Schamberg)

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