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Neue Bezahlmodelle im Netz: 56 Zeitungen bieten kostenpflichtige Inhalte an

Eine "Bezahlkultur für journalistische Inhalte" sieht der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) im Internet entstehen: Immer mehr Leser sollen für Inhalte im Netz zahlen. Konkrete Zahlen bleibt der Lobbyverband allerdings schuldig.

05.10.2013, 09:01 Uhr
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Eine "Bezahlkultur für journalistische Inhalte" sieht der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) im Internet entstehen: Immer mehr Leser sollen für Inhalte im Netz zahlen. Konkrete Zahlen bleibt der Lobbyverband allerdings schuldig, im Rahmen der Konferenz "Zeitungen machen mobil" in Hamburg machte er jedoch Angaben zu den Angeboten.

Zwei Bezahlmodelle dominieren

In Deutschland bieten die Verlage online dem BDZV zufolge 56 Paid-Content-Angebote zusätzlich zur gedruckten Ausgabe an. Das sind 30 Prozent mehr als im Vorjahr, 2011 waren es sogar nur zehn Angebote. 70 Prozent davon sind nur zum Teil kostenpflichtig (Freemium). Die Redaktion entscheidet dann, für welche Artikel beim Onlineabruf eine Gebühr gezahlt werden muss.

Knapp ein Viertel der Angebote erlaubt das kostenfreie Lesen einer gewissen Anzahl an Artikeln (meist zwanzig Beiträge pro Monat), bevor die Bezahlschranke für alle weiteren Texte fällt (Metered). Nur wenige Angebote weichen von diesen Modellen ab. Bei fünf Prozent der Angebote muss gleich von Beginn an für den Onlinezugriff gezahlt werden. Ein einziges Angebot überlässt dem Leser, wieviel er zahlt. Die einzelnen Paid-Content-Angebote listet der BDZV online auf.

Auch in Kombination mit E-Paper

Bei zwei Drittel der Angebote hat der Nutzer die Wahl zwischen dem Abschluss eines Online-Abos (teilweise in Kombination mit dem E-Paper) und dem Erwerb eines Tagespasses. Gut 28 Prozent der Zeitungen offerieren ausschließlich ein digitales Abonnement, bei fünf Prozent besteht nur die Möglichkeit, einzelne Artikel zu kaufen.

"Die Menschen sind bereit, für gute Inhalte auch in der digitalen Produktwelt der Verlage zu bezahlen, das ist die wichtigste Nachricht", so Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der BDZV-Geschäftsleitung. Neben den Werbeerlösen seien wachsende Vertriebsumsätze die Voraussetzung für erfolgversprechende Geschäftsmodelle der Verlage.

(Peter Giesecke)

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