Spiele

Neue AGB bei "Siedler Online": vzbv mahnt Ubisoft ab

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat den Spiele-Hersteller Ubisoft abgemahnt. Grund ist die Einführung neuer AGB und Datenschutzbestimmungen beim Online-Spiel "Die Siedler Online". Spieler würden zur Zustimmung gezwungen.

05.04.2013, 13:02 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat den Spiele-Hersteller Ubisoft abgemahnt. Grund ist eine AGB-Änderung beim Internet-Spiel "Die Siedler Online", bei der die Nutzer nach dem Einloggen "teilweise verbraucherunfreundlichen Regeln" zustimmen müssen. Tun sie dies nicht, bleibt ihnen der Zugriff auf den Account verwehrt – selbst wenn bereits finanzielle Investitionen getätigt worden sind.

Beschwerden von Betroffenen

Der vzbv will dieses Vorgehen nicht hinnehmen: Anlässlich zahlreicher Beschwerden von Betroffenen habe man sich entschlossen, ein Unterlassungsverfahren gegen Ubisoft einzuleiten, teilte der Verband am Donnerstag in einer Erklärung mit.

Es sei zwar generell nicht unzulässig, in einem laufenden Vertragsverhältnis Änderungen vorzunehmen. Dabei müssten aber bestimmte rechtliche Rahmenbedingungen und die Interessen des Vertragspartners berücksichtigt werden. Die Abmahnung beziehe sich allerdings ausdrücklich nicht auf einzelne Klauseln der neuen Nutzungsbedingungen und die geänderte Datenschutzerklärung, sondern ausschließlich auf die Art und Weise, mit der die Spieler zur Zustimmung gedrängt werden sollen, so der vzbv weiter.

Neue Datenschutzregeln teilweise unkonkret formuliert

Darüber hinaus üben die Verbraucherschützer Kritik an der inhaltlichen Ausgestaltung der neuen AGB und den geänderten Datenschutzregelungen. Diese seien unter anderem sehr unkonkret formuliert. So heiße es etwa: "Die erhobenen Daten werden auch in Kanada gespeichert und verarbeitet." An dieser Stelle sei beispielsweise nicht klar, ob die Speicherung von Daten ausschließlich oder zusätzlich in Kanada vorgenommen werde. Zudem gebe es zahlreiche rechtliche Unsicherheiten beim grenzüberschreitenden Datenschutz. So könne sich die Durchsetzung von Auskunfts- und Löschungsansprüchen gegenüber ausländischen Firmen als "langwieriges und kostenintensives Projekt" erweisen.

Ubisoft hat nun bis zum 11. April Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Weigert sich das Unternehmen, folgen weitere rechtliche Schritte. Ein ähnliches Verfahren des vzbv gegen den Spiele-Hersteller Valve ist derzeit vor dem Landgericht Berlin anhängig.

(Christian Wolf)

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