Datenspeicherung

Neu: Verfallsdatum für Daten bei Google setzen

Google erlaubt Nutzern demnächst, ein Verfallsdatum von drei oder 18 Monaten für Daten wie Standort und besuchte Webseiten zu setzen. Man kann der Datensammlung aber auch weiterhin ganz widersprechen oder Daten manuell löschen.

Melanie Zecher, 02.05.2019, 16:10 Uhr (Quelle: DPA)
Datum und Uhrzeit© Les Cunliffe / Fotolia.com

Mountain View - Google gibt seinen Nutzern erstmals die Möglichkeit, bei dem Internet-Konzern gespeicherte Daten zu Suchanfragen sowie besuchten Websites und Orten nach einer bestimmten Zeit automatisch löschen zu lassen. Der Zeitraum kann auf 3 oder 18 Monate eingestellt werden, wie Google in einem Blogeintrag am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Ältere Daten werden dann fortlaufend gelöscht.

Automatisierte Löschung ist ein Kompromiss

Alternativ können Nutzer die Informationen auch wie bisher unbefristet in ihrem Profil lassen und manuell löschen - oder der Datensammlung ganz widersprechen. Google betont allerdings, dass die Auswertung dieser Daten Dienste des Konzerns wie die Websuche durch Personalisierung nützlicher mache. Die automatisierte Löschung älterer Daten ist ein Kompromiss, der zumindest ermöglichen würde, dass die Google-Dienste bei auf Datenschutz bedachten Nutzern zumindest auf neueren Informationen aufbauen können.

Tool löscht Daten aus dem Chrome-Browser

Die Funktion soll "in den kommenden Wochen" verfügbar werden. Bei den Listen besuchter Webseiten, die das neue Tool automatischen löschen kann, geht es um Informationen um Googles Browser Chrome. Bei Google sammeln sich noch diverse andere Daten zum Beispiel aus der Videoplattform YouTube an. Der Internet-Konzern machte in dem Blogeintrag keine Angaben dazu, ob man künftig auch andere Datenkategorien mit einem Verfallsdatum versehen können wird.

Facebook tut sich schwer mit Umsetzung

Facebook hatte bereits vor einem Jahr eine Funktion zur Löschung gespeicherter Nutzer-Informationen angekündigt. Es ist immer noch in Entwicklung und soll in diesem Jahr eingeführt werden. Facebook-Chef Mark Zuckerberg sagte seinerzeit, das Software-Werkzeug werde es erlauben, zum Beispiel Listen angeklickter Links oder besuchter Seiten löschen zu lassen. Diese Woche hatte Zuckerberg auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8 bekräftigt, das Online-Netzwerk werde künftig insgesamt stärker auf verschlüsselte private Kommunikation ausgerichtet. Dabei sprach er sich auch für eine befristete Speicherung von Daten aus. Facebook schränkt allerdings ein, dass dieser Umbau Jahre in Anspruch nehmen werden.

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