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Netzprobleme bei o2: Basisstationen erhalten Update

Ein Berliner o2-Kunde hat aufgrund von Netzproblemen Mitte November die Aktion "Wir sind Einzelfall" gestartet, um Fälle weiterer Betroffener zu sammeln. Mittlerweile sind mehr als 8.000 Meldungen eingegangen und o2 hat reagiert: Der Großteil der Schwierigkeiten sei auf eine Überlastung des Netzes zurückzuführen.

o2© Telefónica

Kunden von Telefónica Germany (o2) haben in letzter Zeit Probleme im Mobilfunknetz des Anbieters festgestellt. Einer von ihnen ist Matthias Bauer aus Berlin, der daraufhin Mitte November die Aktion "Wir sind Einzelfall" gestartet hat, um Fälle weiterer Betroffener zusammenzutragen und "o2 zu einer Reaktion zu bewegen". Das ist mittlerweile geschehen, der Netzbetreiber hat auf der Website der Aktion eine Stellungnahme veröffentlicht und mitgeteilt, wie die Schwierigkeiten aus der Welt geschafft werden sollen.

Mehr als 8.000 "Einzelfälle"

Matthias Bauer berichtet von Netzproblemen, die insbesondere bei Datenverbindungen und vor allem in Großstädten auftreten. Konkret nennt er Hamburg, Berlin und München. Da er andere "Einzelfälle" - in Anspielung auf Begründungen von Support-Mitarbeitern - mit ähnlichen Problemen auch aus anderen Städten kenne, habe er die Aktions-Website eingerichtet. Über ein Formular können Kunden mit ähnlichen Problemen ihren Fall melden, bis vergangenen Samstag seien knapp 8.000 solcher Einträge eingegangen, schreibt Bauer in einem Blog-Eintrag.

Schuld sei der Smartphone-Boom

Mit o2 steht er seit dem 16. November im Austausch, am Mittwoch veröffentlichte der Netzbetreiber schließlich einen ausführlichen Gastbeitrag. Darin bestätigt o2 die Netzprobleme und gibt als ausschlaggebenden Grund den Boom der Smartphones an, der zu einer "Netzüberlastung an einigen Hotspots" führe. Die Planungen zum Netz- und Kapazitätsausbau seien "weit übertroffen" worden. "90 Prozent unserer verkauften Geräte sind Smartphones, und seit Januar hat sich die Zahl der Smartphone-Nutzer in unserem Netz verdoppelt", führt o2 aus.

Nur ein geringerer Teil der Kundenbeschwerden sei auf den Netzausbau zurückzuführen. Eine Analyse der Liste der "Einzelfälle" habe die Ergebnisse des eigenen Netz-Monitorings bestätigt.

Die größten "Hotspots" sollen zuerst ausgebaut werden

Um die Engpässe, die je nach Standort nicht nur den Datenverkehr, sondern auch die Telefonie betreffen, zu beseitigen, tauscht der Mobilfunker nach eigenen Angaben seit einigen Wochen die Hardware an den Basisstationen aus. Die fünf am stärksten betroffenen Städte sind Berlin, Hamburg, Münster, Osnabrück und Mannheim. An rund der Hälfte der stark betroffenen Standorte soll die Prozedur bereits abgeschlossen sein, bis Mitte Dezember will o2 auch an den übrigen Standorten dieser Kategorie die Arbeiten beendet haben. In Osnabrück fehlt beispielsweise nur noch ein Standort, im Hamburg wurden sieben von 18 bereits ausgebaut.

Für die Standorte, an denen nur Datenverbindungsprobleme bestehen, ist neue Hardware mit höheren Kapazitäten aber offenbar keine Lösung. Laut dem Anbieter müsse dort oftmals das Transportnetz erweitert werden, was sich nicht so schnell umsetzen lasse. Im kommenden Jahr werde o2 aber einen dreistelligen Millionenbetrag in die Erweiterung investieren und bevorzugt mit den Hotspots beginnen. Dennoch weist der Mobilfunker daraufhin, dass in den kommenden Monaten noch Kapazitätsengpässe auftreten können.

Um Kundenanfragen künftig besser beantworten zu können, plant das Unternehmen, die Informationen zum aktuellen Stand an den verschiedenen Orten für die Kundenbetreuer verfügbar zu machen.

(Saskia Brintrup)

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