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Netzfundstück: Mit Handynummern Geld verdienen

Unter www.anumero.de finden Nutzer ein Tausch- und Kauf-Portal für Mobilfunkrufnummern. Dort ist aber nicht alles kostenlos.

08.10.2006, 09:01 Uhr
SMS schreiben© Andres Rodriguez / Fotolia.com

Mit dem Handy zu telefonieren gehört für die meisten Menschen heute zum Alltag. Nicht nur weil die Minutenpreise durch zahlreiche Mobilfunk-Discounter zunehmend auf ein akzebtables Niveau absinken, sondern auch, weil das Handy über Homezone-Lösungen zu einer Festnetzalternative geworden ist. Oftmals stehen neue Mobilfunkkunden aber vor einem Problem, denn drei der vier deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber bieten bei Vertragsabschluss keine Wunschrufnummer an. Eine Lösung bietet nun das Online-Portal anumero.de, wo ein Marktplatz für Handynummern errichtet wurde.
Nicht alles kostenlos
Wer auf der Suche nach einer attraktiven Mobilfunkrufnummer ist oder eine Handynummer zum Tausch oder Verkauf anbieten möchte, kann sich auf der Webseite registrieren und direkt loslegen. Gesuche nach Handynummern sind grundsätzlich kostenlos, ebenso die ersten beiden Rufnummernverkäufe. Ab dem dritten Verkauf einer Rufnummer oder bei gewerblicher Nutzung wird eine Jahresgebühr in Höhe von 39 Euro fällig.
Auf der Suche nach dem Rufnummern-Glück müssen sich Nutzer des Portals aktuell noch mit einem recht überschaubaren Angebot an Telefonnummern zufrieden geben. Aktuell sind gut 350 Nummern-Angebote eingestellt. Ferner sind knapp 300 Nutzer auf der Suche nach einer bestimmten Handynummer.
Extreme Forderungen
Auffällig ist: Die meisten Anbieter von Telefonnummern wollen mit Interessenten zunächst über einen möglichen Kaufpreis verhandeln. Vereinzelt geben die Verkäufer der Rufnummer in ihrer aufgegeben Anzeige aber auch den Preis an, den sie gern erzielen möchten. Darunter sind dann auch völlig überzogene Forderungen zu finden. So werden zum Beispiel für die 51 15 111 10.000 Euro verlangt, für die 24 06 232 sogar 50.000 Euro. Preise, die am Ende wohl kaum ein Nutzer bereit sein wird zu zahlen.
Das zeigt auch eine auf der Webseite hinterlegte Statistik zu den zuletzt verkauften Mobilfunknummern. Die erzielten Preise bewegen sich meist irgendwo zwischen 100 und 200 Euro. Es gibt aber auch Ausnahmen: die überaus attraktive Rufnummer 0170/22 22 222 wechselte nach Angaben der anumero-Betreiber für 4.210 Euro den Besitzer. Auf Wunsch wird von anumero.de auch ein so genannter Treuhandservice angeboten, der die Übergabe der Handynummern abwickelt. Die Portalbetreiber versprechen bei der Abwicklung der Formalitäten des Nummerntransfers zu helfen, damit die Handynummer korrekt den Besitzer wechselt.
Dafür wird ein Übernahmevertrag an den Käufer der Rufnummer gesandt und der Geldfluss über ein neutrales Treuhandkonto abgewickelt. Käufer und Verkäufer müssen für diesen Service jeweils fünf Euro zahlen. Außerdem ist zu beachten, dass von den Mobilfunkern für die Übernahme einer Rufnummer ein Einmalbetrag berechnet wird. Er liegt aktuell je nach Anbieter zwischen 15 und 25 Euro.
Exklusiver Service
Sollte die gewünschte Rufnummer nicht im Index der Angebote zu finden sein, bietet anumero.de auch einen Exklusiv-Service an. Die Betreiber der Seite können damit beauftragt werden, den Inhaber einer bestimmten Rufnummer ausfindig zu machen, um diesen über die Kaufabsicht der Nummer zu informieren.
Neben dem am Ende individuell zu verhandelnden Kaufpreis zwischen Interessent und Rufnummerninhaber verlangen die Betrieber von anumero.de für diesen Dienst eine Pauschale von 250 Euro. Mehr noch: Es wird ein Erfolgshonorar in Höhe von 200 Euro erwartet, wenn die Nummer für 1.000 Euro oder mehr den Besitzer wechselt.
Fällt der Kaufpreis niedriger aus, erhöht sich kurioserweise die Honorarforderung – um 50 Cent je niedriger erzieltem Kaufpreis. Das heißt beispielsweise: einigen sich beide Parteien auf einen Kaufpreis von 750 Euro, müssen 325 Euro Honorar an anumero gezahlt werden, bei einem Kaufpreis in Höhe von 250 Euro sind es sogar 575 Euro.

(Hayo Lücke)

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