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Netzagentur senkt Entgelte für TAL und Line-Sharing

Die Bundesnetzagentur hat die Entgelte für Vorleistungsprodukte der Telekom neu genehmigt. Neue Entgelte gelten ab 1. Juli für die Bereitstellung der letzten Meile und für das Line-Sharing.

30.06.2010, 15:23 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Am Mittwoch blickt die gesamte Republik nach Berlin, wo ein neuer Bundespräsident gewählt wird. Doch die Deutsche Telekom und ihre Wettbewerber richteten ihre Aufmerksamkeit auf eine Verkündung aus Bonn, dem Sitz der für die Regulierung der Telekom zuständigen Bundesnetzagentur. Die Regulierungsbehörde hat dort zwei neue Entgeltentscheidungen für Vorleistungsprodukte der Telekom bekanntgegeben, die auch Auswirkungen auf den DSL-Markt haben.

TAL-Schaltung ab einmalig 30,83 Euro

Die jeweils für zwei Jahre festgelegten Entgelte für die Anmietung der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) stand zur erneuten Festsetzung an. Die Genehmigung der neuen Entgelte für die sogenannte letzte Meile gilt ab dem 1. Juli. Wettbewerber der Telekom müssen ab dem kommenden Monat für die TAL-Schaltung beziehungsweise die Rückgabe der TAL einmalig ein Entgelt an den ehemaligen Monopolisten zahlen. Dieses Entgelt beträgt künftig 30,83 Euro statt 35,70 Euro für die Übernahme der TAL, wenn beim Endkunden keine Arbeiten anfallen. Derzeit werde laut Netzagentur aber häufiger eine hochbitratige Zweidraht Kupferdoppelader neugeschaltet. Dabei würden keine Arbeiten am Kabelverzweiger entstehen, dafür jedoch beim Endkunden. Die Wettbewerber zahlen für die Variante einmalig 53,35 Euro statt zuvor 62,37 Euro. Die monatlichen Entgelte für die letzte Meile hatte die Bonner Regulierungsbehörde bereits im März des vergangenen Jahres auf 10,20 Euro gesenkt und bis März 2011 genehmigt.

Monatliche Entgelte für "Line Sharing" verteuern sich geringfügig

Zum 1. Juli legte die Bundesnetzagentur auch die monatlichen Entgelte für das sogenannte "Line Sharing" fest. Hierbei wird die TAL in niedere und höhere Frequenzbänder aufgeteilt und gemeinsam von der Telekom und Wettbewerbern genutzt. Die Sprachübertragung erfolgt dabei etwa im unteren Frequenzbereich durch die Telekom, ein Wettbewerber nutzt den obereren Frequenzbereich dagegen für die Datenübertragung, etwa einem Internetzugang per DSL. Die Bundesnetzagentur legte für den Zugang zum oberen Frequenzbereich ein monatliches Entgelt von 1,84 Euro fest. Dieses hatte bislang bei 1,78 Euro gelegen, allerdings werde das Line-Sharing nach Auskunft eines Sprechers der Bundesnetzagentur gegenüber unserer Redaktion wenig nachgefragt. Das einmalige Bereitstellungs- und Kündigungsentgelt für die Neuschaltung ohne Arbeiten am Kabelverzweiger und ohne Arbeiten beim Endkunden liegt hier jetzt bei 51,22 Euro statt zuvor bei 58,98 Euro. Die Bundesnetzagentur genehmigte die Entgelte bis Ende Juni 2012.

In der Vergangenheit hatten die Entgeltentscheidungen immer wieder zu heftigen Reaktionen seitens der Telekom oder der Wettbewerber geführt. Die Telekom klagt aktuell gegen die im Mai von der Netzagentur verkündeten Entgelte für den Zugang zum Schaltverteiler. Der Branchenverband BREKO warf der Telekom deswegen eine Blockadepolitik bei den Schaltverteilern vor.

(Jörg Schamberg)

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