News

Netzagentur: Handlungsbedarf beim Breitbandausbau

Die Bundesnetzagentur verzeichnet in ihrem Jahresbericht 2010 steigende Datenmengen im Fest- und Mobilfunknetz. Die Investitionen in das Festnetz sind jedoch zurückgegangen. Die Netzagentur setzt dennoch auf den Wettbewerb am Markt und stärkere Kooperationen.

06.04.2011, 16:46 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Die Kapazität der Breitbandanschlüsse im Festnetz kommt zunehmend an Grenzen. Im vergangenen Jahr wuchs das Datenvolumen über diese Anschlüsse um neun Prozent auf rund 3,2 Milliarden Gigabyte an. Das in den Mobilfunknetzen über mobiles Internet generierte Datenvolumen verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr von 33 auf 65 Millionen Gigabyte. "Um die steigende Nachfrage zu bedienen, sind erhebliche Investitionen in den Ausbau der Netze erforderlich", stellt Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, bei der Vorstellung des Jahresberichts 2010 der Regulierungsbehörde fest.

Netzagentur: Förderung von Investitionen

Damit der Netzausbau über den Wettbewerb am Markt erfolgen kann, lege die Bonner Behörde die "regulatorischen Rahmenbedinungen" für Investitionen fest. Zugleich will sie die Investitionen fördern, beispielsweise im Rahmen des im Frühjahr 2010 gegründeten "NGA-Forum". Gemeinsam suchen dort Vertreter der TK-Branche nach einvernehmlichen Lösungen ohne vorherige Regulierungsentscheidung. In dem Forum kommen laut Kurth auch Themen wie ein offener Netzzugang (Open Access), Kooperationen, die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur und Breitband für den ländlichen Raum zur Sprache. Chancen sehe die Bundesnetzagentur auch im Zusammenwachsen von Strommarkt und Telekommunikationsmarkt.

"Insbesondere im ländlichen Raum stellt es gegebenenfalls eine ökonomisch plausible Option dar, die Synergie zwischen Stromnetzumbau und Telekommunikationsnetzausbau zu nutzen und gleichzeitig die Modernisierung beider Netze voranzubringen. Dies fügt sich nahtlos in das Ziel ein, die weißen Flecken der Breitbandversorgung so schnell wie möglich zu schließen", erläutert Kurth. Zudem unterstütze der Infrastrukturatlas der Netzagentur investitionsbereite Unternehmen mit Übersichten zu den in den jeweiligen Regionen vorhandenen Infrastrukturen. "Die gemeinsame Nutzung bestehender Infrastruktur erspart den Unternehmen Kosten, den Bürgern Baustellen und der Umwelt belastende Eingriffe", betont Kurth.

2010: Investitionen von 5,9 Milliarden Euro in Fest- und Mobilfunknetz

Im vergangenen Jahr investierten die Marktteilnehmer insgesamt 5,9 Milliarden Euro. Die Wettbewerber der Deutschen Telekom kamen zusammen auf eine Investitionssumme von circa 3,1 Milliarden Euro, der Bonner Konzern selbst steckte rund 2,8 Milliarden Euro in das Fest- und Mobilfunknetz. Der Löwenanteil der gesamten Investitionen entfiel mit circa 3,9 Milliarden Euro auf das Festnetz. Das entspricht einem Anteil von rund 66 Prozent, dennoch gingen die Investition in diesem Sektor im Vergleich zu den Vorjahren zurück. Die Aufwendungen im Mobilfunkbereich blieben mit circa 2 Milliarden Euro dagegen konstant. In die Kabelnetze investierten die Kabelnetzbetreiber im vergangenen Jahr circa 690 Millionen Euro.

Von den für 2010 insgesamt in Deutschland verzeichneten 26,2 Millionen Breitbandanschlüssen im Festnetz entfielen circa 23 Millionen Anschlüsse auf einen Zugang per DSL. Obwohl DSL damit bei weitem die dominierende Zugangstechnologie bleibt, konnten die Kabelnetzbetreiber den Bestand an Internetanschlüssen über Kabel auf 2,9 Millionen ausbauen. Die übrigen Anschlusstechnologien, darunter auch Glasfaser mit FTTB und FTTH, fallen mit rund 260.000 Anschlüssen kaum ins Gewicht. Die Wettbewerber der Telekom vermarkteten Ende 2010 circa 54 Prozent der gesamten Breitbandanschlüsse, der ehemalige Monopolist bleibt mit einem Anteil von rund 46 Prozent damit weiterhin Marktführer.

Deutschland führend beim mobilen Breitbandausbau

Beim Ausbau des mobilen Internet sei Deutschland nach Angaben der Bundesnetzagentur führend. Schneller als erwartet hätten die Netzbetreiber nach der Versteigerung der Digitalen Dividende im Frühjahr des vergangenen Jahres mit dem Aufbau von LTE-Netzen begonnen. Bei der Netzagentur seien Anträge zur Genehmigung der technischen Funkparameter für Tausende von Antennen eingegangen. Seit Dienstag ist beispielsweise LTE bei der Telekom buchbar.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum
  • Ach .... Zuletzt kommentiert von -DC- am 07.04.2011 um 17:35 Uhr
Zum Seitenanfang