Breitbandmessung

Netzagentur: Breitbandanschlüsse bieten nur selten volle Bandbreite

Lediglich 12,8 Prozent der Festnetznutzer und nur 1,5 Prozent der mobilen Nutzer erhalten laut Breitbandmessung der Bundesnetzagentur die vertraglich vereinbarte maximale Datenübertragungsrate. Gegenüber dem Vorjahr gab es keine Verbesserungen.

Schneckentempo© Heiko Barth / Fotolia.com

Bonn – Seit nunmehr drei Jahren veröffentlicht die Bundesnetzagentur ihren Jahresbericht zur Breitbandmessung. Im Zeitraum vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 seien 900.579 Messungen für stationäre Breitbandanschlüsse sowie 384.999 Messungen für mobile Breitbandanschlüsse berücksichtigt worden. Die Messungen der Datenübertragungsrate erfolgen durch Nutzer per bereitgestellter Desktop-Anwendung bzw. Breitband-Messung/Funkloch-App der Netzagentur für iOS und Android. Das Ergebnis sei jedoch ernüchternd.

Netzagentur: Nur wenig Veränderungen gegenüber dem Vorjahr

"Auch im dritten Jahr unserer Breitbandmessung zeigen sich wenig Veränderungen: Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden erneut oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen in Aussicht gestellt wurde. Obwohl die Ergebnisse bei einzelnen Bandbreiten und zwischen den Anbietern unterschiedlich ausfallen, zeigen sie, dass es nach wie vor Handlungsbedarf bei den Breitbandanbietern gibt", so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Nur 12,8 Prozent der Festnetzkunden erreichen versprochene maximale Surfgeschwindigkeit

Im Festnetz erhielten 71,3 Prozent der Nutzer im Download mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten Datenübertragungsrate. Immerhin 12,8 Prozent der Nutzer konnten die versprochene Geschwindigkeit voll erreichen oder sogar überschreiten. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich nur wenig getan: Die Zahlen sind mit 71,6 Prozent und 12 Prozent nahezu stabil. Die Angaben gelten über alle Breitbandklassen und Anbieter hinweg.

Abhängig von der gebuchten Bandbreiteklasse konnten zwischen 4,1 und 24,8 Prozent der Kunden 100 Prozent und mehr der maximal vereinbarten Datenübertragungsrate erreichen. Der niedrigste Wert wurde auch im aktuellen Bericht bei den Anschlüssen von 8 bis unter 18 Mbit/s gemessen. Während der abendlichen starken Nutzungszeiten seien zudem bei Anschlüssen von 200 bis unter 500 Mbit/s starke Leistungsabfälle gemessen worden.

Die Bundesnetzagentur hatte vor der Messung nach der Kundenzufriedenheit gefragt. Diese nimmt leicht ab: 62 Prozent der Kunden bewerteten die Leistung ihres Internetanbieters mit "sehr gut", "gut" oder "zufriedenstellend". Im Jahr zuvor gaben noch 64,2 Prozent eine solche Einschätzung ab.

Volle Datenübertragungsrate bei mobilen Breitbandanschlüssen nur selten verfügbar

Bei mobilen Breitbandanschlüssen konnte nur 16,1 Prozent der Nutzer im Download mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate erhalten. Nur 1,5 Prozent der mobilen Nutzer konnte die volle Geschwindigkeit erreichen oder gar überschreiten. Damit zeigte sich eine Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr, wo noch 18,6 Prozent der Nutzer mindestens die Hälfte, sowie 1,6 Prozent die volle vereinbarte Maximalgeschwindigkeit ihres Anschlusses nutzen konnten.

Verschlechterungen seien unter anderem durch tarifliche Anpassungen bedingt. Die vertraglich zugesicherten maximalen Datenübertragungsraten seien bei einigen Anbietern erhöht worden. Die gemessenen Datenübertragungsraten hätten zwar zugelegt, aber nicht so stark wie zugesagt. Dennoch bewerteten 74,7 Prozent der Endkunden die Anbieter der mobilen Breitbandanschlüsse mit "sehr gut", "gut" oder "zufriedenstellend". Im Vorjahr waren es jedoch noch 76,6 Prozent.

Die Bundesnetzagentur betont, dass ihre Messungen keinen Rückschluss auf die Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen zulassen. Denn die Ergebnisse seien von dem gewählten Tarif des Nutzers abhängig.

Jörg Schamberg

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