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Netcologne: Langfristige Strategie ist entscheidend

Regionale Carrier, die erfolgreich sein möchten, müssen langfristig denken und Durchhaltevermögen beweisen. Mit diesem Konzept konnte Netcologne nach eigenen Angaben punkten.

29.01.2009, 14:31 Uhr
netCologne© netCologne

Große Telekommunikationsanbieter wie die Deutsche Telekom, Arcor oder 1&1 sind am deutschen Telefon- und DSL-Markt überregional bekannt. Für weniger Aufsehen sorgen im bundesweiten Geschäft die nur regional tätigen Carrier wie Netcologne. Trotzdem haben die so genannten City-Carrier in den Regionen, in denen sie tätig sind, mehr als nur eine Daseinsberechtigung. Insbesondere im DSL-Geschäft haben Netcologne und Co. die Deutsche Telekom häufig schon als Marktführer abgelöst. Doch haben regional tätige Anbieter tatsächlich eine Überlebenschance?
Langfristig denken
Eine Frage, die Werner Hanf, Geschäftsführer von Netcologne, mit einem bestimmten "Ja" beantwortet. "Uns geht es ausgezeichnet und das wird auch so bleiben", sagte Hanf am Donnerstag auf der Euroforum Jahrestagung "Telecom Trends" in Düsseldorf. Um als regional tätiger Telekommunikationsanbieter erfolgreich zu sein, sei es besonders wichtig, sich gut auszurichten und auf die Arbeit in der eigenen Region zu konzentrieren. Es komme darauf an, mit einem eigenen Netz agieren zu können. Auch dann, wenn permanente Investitionen für die Netzerweiterung notwendig sind. Durchhaltevermögen bei der Verfolgung der eigenen Strategie sei gefragt, so Hanf. Es müsse weiter als quartalsbezogen gedacht werden.
Genau das habe Netcologne in Köln vollzogen und sei deswegen "eigentlich ein relativ langweiliges Unternehmen", sagte der Netcologne-Chef. Man habe lediglich das Unternehmenskonzept umgesetzt, das in den Jahren 1994 und 1995 ausgearbeitet wurde. Es seien einzig regulatorische Ansätze und neue Technologien mit aufgenommen worden. Außerdem seien die eigenen Produkte auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten worden. Damit sei es gelungen, im DSL-Geschäft in Köln einen Marktanteil von 50 Prozent zu erreichen. In den Nachbarbezirken, in denen Netcologne ebenfalls tätig ist, komme man auf 38 bis 42 Prozent Marktanteil. Hanf verriet auch: im Jahr 2008 habe der Konzern 25.000 neue DSL-Anschlüsse schalten können.
FTTB-Anschluss kostet viel Geld
Um sich gegen die VDSL-Tarife der Telekom positionieren zu können, ist Netcologne im Stadtzentrum Kölns weiterhin eifrig in Begriff, das eigene FTTB-Netz (Fiber To The Building) mit Bandbreiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) aufzubauen. Nach eigenen Angaben wurden seit dem Start im Jahr 2006 bereits 13.000 Gebäude an das Glasfasernetz angeschlossen. Etwa 40 Prozent der geplanten Gebäude seien damit erschlossen. Bis 2012 soll der Aufbau abgeschlossen sein. Die 55.000 Einfamilienhäuser im Kölner Stadtgebiet spielen in der FTTB-Strategie allerdings weiterhin keine Rolle. "Wenn irgendjemand kommt und ein Förderprogramm für Einfamilienhäuser auflegt, werden wir auch da aktiv", sagte Hanf schmunzelnd mit Blick auf die Kosten von etwa 2.500 Euro pro Haus, das an das FTTB-Netz angeschlossen wird.
Optimistisch blickt Hanf auf das eigene Mobilfunknetz, das in Köln aufgebaut werden soll. Der Aufbau durch Netcologne sei in vollem Gange, aus rechtlichen Gründen wäre eine Nutzung zum heutigen Tage aber nur durch Geschäftskunden möglich. Der Netcologne-Chef geht jedoch davon aus, dass innerhalb der nächsten zwölf Monate durch die Liberalisierung der entsprechenden Frequenzen auch eine Nutzung durch Privatkunden möglich sein wird.

(Hayo Lücke)

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