Security

NetCologne gibt Entwarnung: Kein Zugriff von NSA oder GCHQ auf das Netz entdeckt

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte am Wochenende über einen verdeckten Zugriff von NSA und GCHQ auf das Netz von Telekom und NetCologne berichtet. NetCologne meldete sich nun selbst zu Wort: Es sei keine Sicherheitsverletzung gefunden worden.

15.09.2014, 15:31 Uhr
netCologne© netCologne

Auf die zahlreichen, immer wieder neuen Enthüllungen über die Schnüffelpraxis von Geheimdiensten wie NSA und GCHQ reagieren viele Internetnutzer häufig nur noch mit leichtem Schulterzucken. Der einzelne User scheint machtlos gegenüber den Attacken der Hightech-Spione. Nun dann auch noch dies: Am Wochenende schreckte "Der Spiegel" mit der Meldung auf, dass der US-Geheimdienst NSA sowie der britische GCHQ über einen verdeckten Zugang in die Netze von Telekom und NetCologne verfügen. Das Nachrichtenmagazin beruft sich in seinem Bericht auf Unterlagen von Edward Snowden, die dem Spiegel bereits vor Monaten übergeben worden seien. Der regionale Kölner Telekommunikationsanbieter NetCologne meldete sich am Montag nun selbst zu Wort und gab Entwarnung.

Keine Sicherheitsverletzung gefunden - nur Einzelfall?

NetCologne hat demnach bereits vor einiger Zeit entsprechende Hinweise geprüft und kommt zu dem Ergebnis: Es wurde "keinerlei Nachweis für eine Sicherheitsverletzung gefunden". Die NetCologne von dem Nachrichtenmagazin übermittelten Informationen ließen nach Angaben des Kölner Providers auf einen Einzelfall schließen. Es wäre nicht das gesamte Netz betroffen. Sowohl dieser Einzelfall als in Folge auch das gesamte Netz sei auf eine mögliche Sicherheitslücke untersucht worden.

Irritiert zeigt sich das Unternehmen darüber, dass der "Spiegel" die ihm schon seit Monaten vorliegenden Informationen erst mit Verzögerung vor einigen Wochen an NetCologne weitergegeben hat: "Die Snowden-Unterlagen lagen dem Spiegel bereits seit Monaten vor. Weshalb wir diese Informationen so spät erhalten haben, entzieht sich unserer Kenntnis", betont NetCologne-Geschäftsführer Jost Hermanns. "Gerade in solchen Fällen ist die Zeit ein wichtiger Faktor", so Hermanns weiter.

NetCologne im Austausch mit Sicherheitsbehörden

"Wir können die öffentliche Aufregung und Irritationen unserer Kunden nachvollziehen, da der Spiegel-Artikel den Eindruck erweckt, NetCologne sei betroffen", erklärt NetCologne-Geschäftsführer Hermanns weiter. Die reinen Vermutungen seitens des Magazin hätten sich bei der Überprüfung der Infrastruktur aber nicht bestätigt. Vorsichtshalber tausche sich NetCologne aber mit den zuständigen Sicherheitsbehörden aus.

(Jörg Schamberg)

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