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NetCologne: FTTB bereits in 35.000 Kölner Gebäuden

NetCologne hat rund die Hälfte der Kölner Haushalte per FTTB erschlossen. Geplant ist die Anbindung von insgesamt rund 55.000 Gebäuden - damit sind alle Kölner Mehrfamilienhäuser per FTTB abgedeckt.

24.02.2011, 17:16 Uhr
netCologne© netCologne

Die Datennetze der Zukunft sind glasfaserbasiert, das betonten auch die Referenten des Euroforum-Kongresses "Die Zukunft der Kabelnetze" in Köln. Der Fokus vieler Provider liegt dabei zunächst meist auf dem Ausbau von Fibre to the Building (FTTB), der Verlegung von Glasfaser bis in die Gebäude. Guido Schwarzfeld, Leiter Broadband Communication bei NetCologne, berichtete über die Erfahrungen in Deutschlands größtem FTTB-Projekt.

FTTB für alle Kölner Mehrfamilienhäuser

Der Stadtnetzbetreiber NetCologne versorgt 290.000 seiner Kunden klassisch per DSL. Daneben hat der Anbieter aber inzwischen auch rund 35.000 Gebäude in Köln mit circa 111.000 Kunden per FTTB erschlossen. Das entspreche mit rund 250.000 Wohneinheiten nahezu der Hälfte aller Kölner Haushalte. NetCologne installiert dabei in den Kellern der Gebäude einen DSLAM, die Anbindung innerhalb des Hauses selbst erfolgt über die bestehende Kupferleitung. Zum FTTB-Breitbandzugang packt der Provider zudem noch ein TV-Paket, bisher hätten 20 Prozent der Wohnungseigentümer solchen Angeboten zugestimmt.

Der Abschluss des FTTB-Ausbaus sei erreicht, wenn rund 50.000 bis 55.000 Gebäude in Köln angebunden sind. Damit seien alle Mehrfamilienhäuser in der Domstadt abgedeckt. NetCologne werde aber auch Einfamilienhäuser an das Glasfasernetz anschließen, wenn sie entlang der Trasse liegen. Das noch weitergehende Fibre to the Home (FTTH) sei dagegen sehr aufwändig, da laut Schwarzfeld eine komplett neue, glasfaserbasierte Inhouse-Verkabelung erforderlich ist. Diesen Ausbau strebt NetCologne derzeit nicht an.

Kooperationsvertrag mit Vodafone nahezu unterschriftsreif

Die Investitionen in den Ausbau des eigenen Glasfasernetzes machen sich für NetCologne langfristig bezahlt. Der Provider kommt in Köln auf einen Anteil von über 50 Prozent am regionalen DSL-Markt. Für seine DSL-Kunden zahlt NetCologne jährliche TAL-Entgelte in Höhe von rund 40 Millionen Euro an die Deutsche Telekom. Dieser Betrag ließe sich alternativ auch direkt in Tiefbauarbeiten investieren. Das eigene Glasfasernetz soll auch anderen Anbietern offenstehen. Mit Vodafone stehe das Unternehmen kurz vor der Unterschrift unter einen entsprechenden Kooperationsvertrag. Eine Einigung über Preismodelle stehe noch aus. Schwarzfeld wollte sich noch nicht zu möglichen Entgelten äußern, bezeichnete die Bitstrom-Preise der Telekom aber als zu hoch. Die Nachfrage nach solchen Produkten sei als Folge eher gering. Die Zusammenarbeit mit den Kölnern ermöglicht Vodafone Internet mit 100 Mbit/s über das NetCologne-Netz zu realisieren. Schwarzfeld betont, dass solche Glasfaser-Kooperationen auch ohne Bundesnetzagentur funktionieren können.

NetCologne startet in Düsseldorf

In Kürze wird das Telekommunikationsunternehmen zudem in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf aktiv. Trotz der historischen "Hassliebe" zwischen beiden Metropolen sollen die Produkte dort auch unter dem Namen NetCologne vermarktet werden.

(Jörg Schamberg)

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