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NetCologne-Chef: 1 Gbit/s jederzeit möglich

NetCologne gab Mitte Januar eine VDSL-Netzkooperation mit der Deutschen Telekom bekannt. Sind weitere Kooperationen geplant und wie sieht der weitere Netzausbau aus? NetCologne-Chef Hans Konle stellte sich im Interview den Fragen von onlinekosten.de.

03.02.2012, 16:46 Uhr
netCologne© netCologne

Miteinander statt gegeneinander: Die Mitte Januar bekanntgegebene VDSL-Netzkooperation von NetCologne und der Deutschen Telekom ist für den Kölner Stadtnetzbetreiber ein weiterer Schritt zur Öffnung des eigenen Netzes für andere Wettbewerber. Erst in der vergangenen Woche hatte NetCologne-Chef Hans Konle sich für Open Access ausgesprochen und betont, dass dies für sein Unternehmen durchaus lukrativ sei. Sind weitere Kooperationen geplant und wie sieht der weitere Netzausbau in Köln aus? Konle, seit Mai des vergangenen Jahres an der Spitze von NetCologne, stellte sich im Interview den Fragen unserer Redaktion.

Vor einem Jahr hat NetCologne eine Netzkooperation mit Vodafone geschlossen. Vodafone wollte über das NetCologne-Netz Internet-Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s anbieten. Hat sich die Partnerschaft in der Praxis bewährt?

Konle: Im Januar 2011 hatten wir mit Vodafone Deutschland eine Kooperationsvereinbarung über einen Vorleistungsbezug von NetCologne geschlossen. Seit dieser Zeit haben wir gemeinsam im Rahmen des NGA-Forums der Bundesnetzagentur an einer branchenweiten Beschreibung von Schnittstellen und Prozessen gearbeitet, um die technischen Voraussetzungen für den Bezug dieser Vorleistungen zu schaffen. Die Arbeiten sind nun weitgehend abgeschlossen und wir freuen uns auf das Eintreffen erster Bestellungen.

Durch die nun angekündigte Netzkooperation mit NetCologne kann die Deutsche Telekom ihren eigenen Kunden in Köln Produkte mit höheren Bandbreiten anbieten, NetCologne selbst erhält Sonderkonditionen für den Zugang zum VDSL-Netz der Telekom. Also eine Win-Win-Situation für beide Unternehmen?

Konle: Ja, das ist richtig. Denn einerseits wird das NetCologne-Netz somit besser ausgelastet und damit unsere Investitionen in die Infrastruktur zusätzlich gestützt. Weiterhin hat NetCologne nun die Möglichkeit, ihren Kunden in Gebieten, die nicht im eigenen Ausbaufokus stehen, dennoch hochbandbreitige Dienste anzubieten. Und gleiches gilt eben auch für die Telekom. Dabei werden die Konditionen dieser Kooperation selbstverständlich auch jedem anderen Nachfrager angeboten.

Sind Netzkooperationen mit weiteren Partnern angedacht? Wieviel Kapazität hat das NetCologne-Netz?

Konle: Wir sind derzeit mit verschiedenen potenziellen Kooperationspartnern im Gespräch. Da unser Netz auf Glasfaser basiert, ist es nahezu grenzenlos skalier- und erweiterbar. Wir investieren viel in unsere hochwertige und moderne Netz-Infrastruktur. Und diese Investitionen tragen sich umso besser desto mehr Partner wir gewinnen. Seit Anfang 2012 hat die NetCologne daher einen neuen Geschäftsbereich "Wholesale" etabliert. Dessen Aufgabe ist es, künftig die Vermarktung unseres Netzes aktiv voranzutreiben.

Wird durch die verstärkte Zusammenarbeit der Provider der Druck zum Ausbau der eigenen Netze nicht verringert? Kommt der Breitbandausbau dadurch ins Stocken?

Konle: Nein, im Gegenteil. Denn diese Form der künftigen Zusammenarbeit sorgt dafür, dass sich unsere Netzinvestitionen schneller amortisieren. Eine gute Netzauslastung erzeugt Zusatzumsatz und Renditen – und diese stärken unsere Investitionskraft.

Wie sehen die nächsten Etappen beim Glasfasernetzausbau in Köln aus?

Konle: An unseren Ausbauzielen hat sich nichts geändert. Wir erschließen die Gebiete, die wirtschaftlich abbildbar sind. Zusätzlich überprüfen wir auch Gebiete außerhalb Kölns und streben insbesondere Breitbandpartnerschaften mit Kommunen oder kommunalen Betrieben an.

Privatkunden surfen bei NetCologne maximal mit 100 Mbit/s im Internet? Wann erfolgt der nächste Geschwindigkeitssprung?

Konle: Unser Netz ist jederzeit problemlos und kurzfristig aufrüstbar auf Kundenanbindungen mit einer Bandbreite von 1 Gigabit pro Sekunde, sobald es einen Kundenbedarf dafür gibt. Technisch müssen wir da keine Hausaufgaben mehr machen – das Glasfasernetz ist grundsätzlich bereits heute fit für eine Zukunft mit nahezu beliebigen Bandbreiten!

(Jörg Schamberg)

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