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NDR: Zuschauer-Beschwerden über Ausspeisung aus Unitymedia-Kabel

Der NDR macht weiter mobil gegen die Ausspeisung seines Programms aus dem analogen Kabelnetz von Unitymedia in Nordrhein-Westfalen. Bereits in der ersten Woche habe man einen Ansturm verärgerter Zuschauer bewältigen müssen, so der Sender.

21.09.2013, 15:01 Uhr
Internet Telefon TV© Unitymedia

Der Norddeutsche Rundfunk macht weiter mobil gegen die am 17. September erfolgte Ausspeisung seines Programms aus dem analogen Kabelnetz von Unitymedia in Nordrhein-Westfalen. Bereits in der ersten Woche habe man einen Ansturm verärgerter Zuschauer mit mehr als 1.000 Anrufen und E-Mails bewältigen müssen, teilte der öffentlich-rechtliche Rundfunksender am Freitag mit. Der NDR sei in NRW das beliebteste ARD-Programm nach dem WDR, viele Zuschauer hätten daher keinerlei Verständnis für die Entscheidung des Kabelbetreibers.

"ProSieben Maxx" statt NDR

Betroffene Kabelkunden sehen stattdessen nun den Privatsender "ProSieben Maxx". Unitymedia begründete die Entscheidung unter anderem damit, dass die öffentlich-rechtlichen Sender stets bekundet hätten, keinen Wert mehr auf die analoge Verbreitung ihrer Programme zu legen. Als Hintergrund gilt allerdings der Streit um die Zahlung von Einspeisegebühren zwischen Rundfunkanstalten und Kabelnetzbetreibern.

Rückenwind für den Wechsel kam von der Landesmedienanstalt NRW. Diese hatte entschieden, der NDR besitze keinen Status als sogenanntes "Must-Carry"-Angebot und müsse daher nicht zwangsläufig im analogen Kabelnetz zu empfangen sein. Der norddeutsche Sender verwies demgegenüber am Freitag erneut auf die hohe Zahl an Kabelkunden in NRW, die ausschließlich analog angebunden seien. Rund 30 Prozent der Kabelhaushalte könnten den NDR nun nur noch über Umwege empfangen. "Viele Zuschauer melden sich, weil sie zur gewohnten Zeit einschalten und plötzlich ihre Lieblingssendung im NDR nicht mehr sehen können", so ein Sprecher.

"Unitymedia verärgert die eigenen Kunden"

NDR-Intendant Lutz Marmor sieht sich daher vollumfänglich bestätigt. Es sei genau das eingetreten, wovor man gewarnt habe: "Mit der Ausspeisung des beliebtesten Dritten ARD-Programms in Nordrhein-Westfalen nach dem WDR Fernsehen verärgert Unitymedia die eigenen Kunden. Wir würden uns freuen, wenn das Unternehmen seine Entscheidung noch einmal überdenkt."

Dass der Kabelnetzbetreiber seine Position ändert, ist allerdings höchst unwahrscheinlich. Erst Ende August hatte Unitymedia derartige Forderungen mit dem Verweis auf den weiterhin vorhandenen digitalen Verbreitungsweg zurückgewiesen. Dieser stünde allen Kabelkunden unverschlüsselt und ohne Aufpreis zur Verfügung. Einzige Voraussetzung sei die Anschaffung eines digitalen Receivers. Alternativ ist der NDR darüber hinaus auch über Satellit, das digitale Antennenfernsehen DVB-T oder IPTV-Angebote wie Zattoo empfangbar.

(Christian Wolf)

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