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Navigation mit Live-Diensten: Kosten & Konditionen

Navigationssysteme mit Live-Anbindung versprechen eine schnellere Fortbewegung durch zeitnahe Verkehrsmeldungen. Auch zahlreiche Zusatzdienste sind mit an Bord. Vier Anbieter teilen sich derzeit den Markt. Wir haben uns Preise und Konditionen einmal näher angesehen.

15.11.2010, 09:47 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Trotz Navigationssystem im Stau - nicht nur Vielfahrer kennen das Problem zur Genüge. Schuld an der Misere ist nicht selten das kostenfreie Verkehrsmeldesystem TMC (Traffic Message Channel), dessen Ausweichempfehlungen zu spät erfolgen oder geradewegs in den nächsten Engpass auf einer Alternativroute führen. Schneller ankommen mit TMC-Unterstützung bleibt insbesondere in Ballungsgebieten eher ein Wunschtraum. Auch das seit 2004 ausgestrahlte Premium-Pendant TMC Pro ändert daran nur wenig. Wer auf eine reibungslose Fortbewegung angewiesen ist, setzt daher längst auf die Möglichkeiten mobiler Datendienste - sogenannte Live-Services. Vier führende Navigationshersteller haben derzeit entsprechende Lösungen im Programm: Garmin, Medion, Navigon und TomTom. Wir haben uns Angebot, Kosten und Konditionen einmal genauer angesehen.

Verkehrsmeldungen in Echtzeit und mehr

Navigationsgeräte mit Live-Anbindung verfügen über eine integrierte SIM-Karte und stehen darüber permanent mit der Außenwelt in Kontakt. Sie sind dabei nicht nur in der Lage, Verkehrsbehinderungen zeitnah zu melden, sondern informieren wahlweise ebenfalls über das Wetter am Zielort, zeigen aktuelle Kraftstoffpreise sowie Parkplatzgebühren, warnen vor mobilen Radarfallen oder ermöglichen etwa die Suche nach dem besten Restaurant in der Nähe per Google-Abfrage. Auch Flugzeiten, Telefonnummern oder Updates lassen sich wie bei Smartphones jederzeit unterwegs abrufen.

Die Stauvorhersage basiert dabei auf einer Vielzahl von Quellen, die zentral gesammelt und ausgewertet werden. Bereits 2008 stellte TomTom mit "HD Traffic" den ersten Dienst dieser Art in Europa vor. Heute nutzen nach Angaben der Niederländer mehr als eine Million Kunden ein TomTom-System mit Live-Dienst und senden gleichzeitig unablässig Daten zu ihrer eigenen Fahrsituation an einen Unternehmensserver. Zusätzlich nutzt TomTom anonymisierte Bewegungsprofile von Handys sowie Tracking-Daten aus dafür ausgerüsteten Fahrzeugen. Die Konkurrenz bei Garmin, Medion und Navigon hat ihre Live-Angebote zwar deutlich später gestartet, das Grundprinzip ist aber überall ähnlich.

Inklusivmonate beim Gerätekauf

War die per Mobilfunknetz realisierte Echtzeit-Technologie vor kurzem noch einer zahlungskräftigeren Kundschaft vorbehalten, hat der Wettbewerb auch hier deutliche Preissenkungen bei Hardware und Folgeleistungen bewirkt. Einzelne Modelle wie etwa das Garmin nüvi 1690 nüLink! oder das TomTom XL Live sind mittlerweile für weniger als 200 Euro zu haben.

Je nach Marke verfügen die Systeme ab dem Kauf über unterschiedliche Kontingente an Inklusivmonaten, in denen die GSM-basierten Live-Services in Europa frei genutzt werden können. Welche Länder dabei abgedeckt werden, ist äußerst variabel und sollte vor dem Kauf beziehungsweise Reiseantritt auf der jeweiligen Produkt-Homepage geprüft werden. Selbst innerhalb Deutschlands steht die Live-Funktionalität nicht überall zur Verfügung und ist abhängig von der Netzabdeckung des kooperierenden Mobilfunkanbieters. Garmin setzt dabei auf E-Plus, Navigon nutzt die Infrastruktur der Telekom und TomTom arbeitet mit Vodafone zusammen. Welcher Provider bei Medion im Hintergrund agiert, war nicht zu erfahren. Das Unternehmen lehnte eine Auskunft auf Nachfrage von onlinekosten.de ab.

Weiter auf Seite 2: Kosten und Konditionen aller Live-Dienste in der Übersicht

Frühestens nach einem, spätestens nach zwei Jahren ab Aktivierung fordern alle vier Hersteller die kostenpflichtige Verlängerung des Live-Abos. Hier hat die Konkurrenz der Anbieter zu deutlichen Verbesserungen für die Kunden geführt. So waren ältere Produktionsserien von TomTom oder Navigon mit lediglich sechs oder gar nur drei Monaten Probelaufzeit ausgestattet.

Verlängerung für rund 50 Euro

Waren dabei auch in Punkto Abo-Gebühr vor einigen Monaten noch deutliche Unterschiede auszumachen, hat sich der Preis pro Folgejahr in der Branche mittlerweile einheitlich auf rund 50 Euro angeglichen. Kürzere Laufzeiten sind mit einer Ausnahme nicht buchbar: Einzig Medion hat zusätzlich ein flexibleres Abo-Modell im Angebot, das gegen Zahlung von jeweils 4,95 Euro auch eine monatliche Verlängerung erlaubt. Dieses lohnt sich aufgrund des höheren Gesamtpreises von knapp 60 Euro jährlich allerdings nur für Kunden, die zwischen Januar und Dezember maximal neun Monate mit Live-Unterstützung unterwegs sein wollen.

Wer sich das Geld für die Dienste hingegen komplett sparen will, kann sein Navi natürlich ebenfalls weiter nutzen. Ärgerlich wird es in diesem Fall lediglich bei Garmin: Beide nüLink!-Modelle des US-Herstellers kommen ohne TMC-Modul und sind daher ohne Abo nicht mehr in der Lage, auf Verkehrsstörungen zu reagieren. Von solchen Sonderfällen abgesehen ergibt es aber ohnehin wenig Sinn, erst ein vergleichsweise teures Live-Gerät anzuschaffen und anschließend auf dessen charakteristische Eigenschaften zu verzichten. Dann ist womöglich ein günstiges Navi aus der Einstiegsklasse von Anbeginn die bessere Wahl. Für Nutzer, die dennoch ein Live-Modell ins Auge fassen, zeigt unsere Übersicht alle Preise und Konditionen auf einen Blick.

Live-Dienste: Preise und Konditionen im Überblick

(Christian Wolf)

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