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Namen entdeckt: Kino.to-Nutzern droht Strafverfahren

Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" droht tausenden kino.to-Nutzern ein Strafverfahren. Die Staatsanwaltschaft habe Daten zu ehemaligen "Premium-Kunden" des Portals auf beschlagnahmten Rechnern entdeckt.

13.02.2012, 12:32 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Nach der Abschaltung des illegalen Streaming-Portals kino.to und der Verurteilung der Betreiber zu teils mehrjährigen Haftstrafen droht auch zahlreichen Nutzern ein folgenschwerer Epilog. Laut einem Bericht des "Focus" verfügt die Generalstaatsanwaltschaft Dresden über Daten zu sogenannten "Premium-Kunden", die per PayPal für einen werbefreien Zugriff auf das Filmmaterial gezahlt hatten. Entsprechende Listen seien auf beschlagnahmten Rechnern entdeckt worden, so das Nachrichtenmagazin. Tausende Nutzer müssten nun mit der Einleitung von Strafverfahren rechnen.

Auch "Streaming" ist illegal

Denn selbst der Online-Abruf des schwarzkopierten Filmmaterials gilt unter Juristen mittlerweile als strafbar. Zuletzt hatte etwa das Amtsgericht Leipzig in einem Urteil erklärt, dass auch das illegale "Streaming" von urheberrechtlich geschützten Werken als Rechtsverletzung anzusehen ist, da stets Teile des Films auf der Festplatte des Nutzers zwischengespeichert werden.

Wer aufgrund seiner Registrierung für den kostenpflichtigen Premium-Zugang identifiziert werden kann, dürfte daher in Kürze unliebsame Post von Staatsanwaltschaft und Rechteinhabern bekommen.

GVU stellt Strafantrag gegen kinox.to

Ähnliches droht den Nutzern des kino.to-Nachfolgeportals kinox.to - sofern sie ausfindig zu machen sind. Log-Dateien gebe es bei kinox.to nicht, versichert zumindest ein FAQ-Eintrag auf der Plattform. Zudem stünden die Server außerhalb Europas. Ob die Verschleierungsmaßnahmen ausreichend sind, darf allerdings bezweifelt werden.

So kündigte die Gesellschaft zur Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) gegenüber dem "Focus" an, noch im Februar Strafantrag gegen die Betreiber der Website stellen zu wollen. Man habe eine "Menge Hinweise" zu Hintermännern und Strukturen erhalten. Es handele sich um deutschsprachige IT-Experten, so GVU-Sprecherin Christine Ehlers. Unklar bleibt derweil, ob auch für diese Informationen Geld an Informanten geflossen ist. Im Vorfeld der kino.to-Stilllegung hatte die GVU insgesamt eine sechsstellige Summe an verschiedene gesprächige Insider gezahlt.

(Christian Wolf)

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