News

Nächster Versuch: Neue "Flatrates" von justDSL

Nach der Bauchlandung mit seinen ersten Flatrates wagt sich der neue Provider diesmal auf Flexi-Terrain, aber anders.

28.01.2005, 17:12 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Arthur Khessin lässt sich nicht entmutigen. Mit dem ersten Angebot seines Unternehmens musste er einen herben Rückschlag einstecken. Die Kalkulation der Tarife hielt dem Ansturm der Power-User einfach nicht stand.
Comeback
Am 1. Februar löst Khessin sein Versprechen ein und startet den zweiten Versuch. Eigentlich müsste er das gar nicht, denn inzwischen hat sich der Wirbel um justDSL einigermaßen gelegt. Das mag auch an den Volumentarifen liegen, für die sich laut Khessin zahlreiche und zufriedene Kunden gefunden haben. Doch ist kein Anbieter ohne Flatrate im Angebot wirklich komplett. Auch wenn die Flat nur so heißt, eigentlich aber ein vom Marketing kreativ getaufter Tarifmix ist.
Bei justDSL heißt das Ganze dann "Comfort Flat" und sieht auf den ersten Blick aus wie ein gestaffelter Volumentarif. Allerdings mit einem besonderen Dreh, der justDSL für Power-User unattraktiv machen soll. Die "Flatrate" wird je nach Kategorie oder Preisstufe ab einem bestimmten Trafficvolumen auf 512 Kilobit pro Sekunde gedrosselt. Wie bitte?
"Comfort Flat"
Genau. Nominell eine Flatrate, wird die Bandbreite bei der Comfort Flat bei Erreichen des gekauften Maximalvolumens auf für Normalsurfer verträgliches Maß gedrosselt. Im Einzelnen sieht das so aus: Die Comfort Flat kann mit T-DSL aller Bandbreiten genutzt werden. Es gibt drei Tarifmodelle A, B und C, die sich an Benutzer mit unterschiedlichem Trafficbedarf richten. In allen Modellen sind die ersten 100 Megabyte umsonst – eine gute Gelegenheit, den Zugang zu testen.
Bei der Comfort Flat A gibt es für 8,90 Euro fünf Gigabyte inklusive, zehn Gigs kosten 12,90 Euro. Wer mehr verbraucht, zahlt 19,90 Euro und surft ab dem 10. Gigabyte nur noch mit einem halben Megabit. Die Comfort Flat B fängt bei zehn Gigabyte für 12,90 Euro an, bietet 15 Gigabyte für 22,90 Euro und kostet als ab da kastrierte Flatrate 29,90 Euro. Ebenso im Tarifmodell C: Für 22,90 Euro gibt es 15 Gigabyte, zehn Gigabyte mehr kosten auch zehn Euro mehr, danach kann mit halber Kraft für 39,90 Euro gesurft werden.
Ist das noch eine Flatrate? Zweiflern hält Khessin entgegen, dass die justDSL-Tarife alle Merkmale einer Flatrate aufwiesen: "Der Nutzer unserer Comfort-Flat ist immer online, hat keine Volumenbegrenzung und immer transparente Kosten." Die bei vielen Flexi-Modellen in den Gebühren für Übertraffic versteckte Kostenfalle gebe es bei justDSL nicht.
Was ist eine Flatrate?
Auch die mögliche Drosselung sieht Khessin nicht als Problem. Wenn ein Nutzer denn einmal in der Flat-Stufe seines Tarifs angekommen sei, falle die schmalere Bandbreite bei normalem Surfverhalten doch gar nicht auf. Und genau an diese Kunden richtet sich justDSL mit seinen Comfort Flats: Verantwortungsvolle Surfer, die sich über ihren Volumenbedarf bewusst sind. Auf die "teuren Poweruser" will Khessin gerne verzichten.
Auch verzichten will justDSL auf Portpriorisierung. Und der Provider rühmt sich hervorragender Antwortzeiten. Für die guten Pings soll nach Khessins Willen nun "ein Qualitätscarrier" sorgen. Ab Februar laufen alle justDSL-Angebote über den Backbone der Hamburger terralink GmbH. Vom bisherigen Carrier, der h-tel GmbH aus Mellrichstadt, wird sich justDSL also trennen.
Die Comfort-Tarife gelten so auch nur für das von terralink per Z-ISP erschlossene Gebiet. Das sind nach Angaben von justDSL bisher gut 65 bis 70 Prozent des Landes, besonders präsent sei man in den Ballungsräumen. Der Carrier bestätigt diese Zahlen und weist darauf hin, dass die Abdeckung "wohl noch in diesem Jahr" auf 92 Prozent ausgebaut werde. Khessin weist auf einen Sondertarif für Interessenten außerhalb des Ausbaugebietes hin, der "preislich etwas über den Comfort-Flats" liegen soll.
Taugt das was?
Auch wenn man über den Begriff Flatrate streiten kann: Die neuen Tarife von justDSL sind brauchbar. "Comfort" erinnert zwar an das Flexi-Marketinggetöse anderer Provider, hat aber auch einen Vorteil: Die Kosten sind kalkulierbar. Teurer Übertraffic, die Kostenfalle schechthin, fällt eben nicht an. Wir werden weiter beobachten, wie sich das Angebot hält - und ob der Zugang was taugt. Der Schritt von h-tel zu terralink ist immerhin einer nach vorne.

(Volker Briegleb)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang