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Nach Xbox Live und PSN: Hackergruppe Lizard Squad attackiert Tor-Netzwerk

Microsoft und Sony zwangen sie in die Knie, jetzt versuchen die Hacker von "Lizard Squad" es mit dem Anonymisierungsdienst Tor. Dieser zeigt sich bis jetzt allerdings recht unbeeindruckt.

27.12.2014, 13:31 Uhr
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Gerade erst hatten sie zu Weihnachten mit DDoS-Angriffen die Spielenetzwerke von Microsoft und Sony lahmgelegt, jetzt schlagen sie erneut zu. Wie die österreichische Zeitung "Der Standard" berichtet, hat es die Hackergruppe "Lizard Squad" diesmal auf den Anonymisierungsdienst Tor abgesehen. Die Vorgehensweise ist hier allerdings eine andere. Die Hacker haben bis jetzt mehrere tausend Knotenpunkte im Tor-Netzwerk errichtet und versuchen so, einen Großteil des Netzwerks zu kontrollieren. Erste Reaktionen des Betreibers bestanden darin, von "Lizard Squad" betriebene Knotenpunkte zu entfernen.

Betreiber sieht keine Gefahr

Das Tor-Netzwerk besteht aus rund 10.000 Knotenpunkten. Verbindungen werden immer über mehrere unabhängige Server aufgebaut, um die Herkunft und das Ziel der Daten zu verschleiern. Obwohl "Lizard Squad" bereits zwischen 3.000 bis 6.000 Knotenpunkte errichtet hat, sieht der Betreiber noch keine Gefahr für die Anonymität, weil die Kapazitäten der Knotenpunkte der Hackergruppe bis jetzt lediglich ein Prozent des Netzwerks ausmachen.

Microsoft und Sony hart erwischt

So entspannt wie bei Tor war die Lage bei Microsoft und Sony allerdings nicht. Ihre Spielenetzwerke Playstation Network und Xbox Live waren am 24. und 25. Dezember komplett ausgefallen. Microsoft konnte seine Dienste am Freitag zum größten Teil wieder in Betrieb nehmen, Sony kämpft noch immer mit den Auswirkungen des Angriffs. Das Ende der Angriffe wird in erster Linie dem ehemaligen Hacker und heutigem Betreiber des Speicherdienstes MEGA, Kim Dotcom, zugeschrieben. Er versprach den Mitgliedern von "Lizard Squad" lebenslange Premium-Abos seines Dienstes, wenn sie die Angriffe einstellen.

Erstaunt über die Ereignisse zeigte sich der Chef des IT-Sicherheitsunternehmens Sifaris, Jean-Francois Beuze. Da solch große Unternehmen Angriffe dieser Art gewöhnt sein sollten, vermutet er, dass Microsoft und Sony möglicherweise bewusst keine ausreichenden Schutzmaßnahmen eingeleitet haben, um sich in den Medien selbst als Opfer und die Hacker als Bösewichte zu präsentieren.

(Falko Kuplent)

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