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Nach Vergewaltigungsvorwurf: Alle Internet-basierten Taxi-Vermittler in Neu-Delhi verboten

Ein Fahrer des Taxi-Vermittlers Uber soll eine Inderin in Neu-Delhi in seinem Auto vergewaltigt haben. Die Stadtverwaltung der indischen Hauptstadt reagierte umgehend und hat nun die Taxivermittlung per Internet verboten.

09.12.2014, 11:16 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung in einem Uber-Taxi in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi hat die Stadtverwaltung alle Internet-basierten Taxivermittler verboten. Fahren dürften ab sofort nur noch an Taxi-Ständen und über Ruftaxis gebucht werden, sagte ein Sprecher der Verkehrsbehörde am Dienstag.

Keine offizielle Lizenz für Fahrersuche per App

Die Behörde stellte außerdem klar, dass die Unternehmen, die ausschließlich Apps zur Fahrersuche anbieten, nie eine offizielle Lizenz dafür gehabt hätten. Bislang wurden die Firmen und so vermittelten Fahrer aber nicht bestraft. Warum bislang niemand gegen die Geschäfte vorging, erklärte die Verkehrsbehörde nicht.

Ein Fahrer des Taxi-Vermittlers Uber soll am Freitagabend eine 27-Jährige Inderin in seinem Auto vergewaltigt haben. Er wurde am Sonntag festgenommen. Bei den Recherchen fand die Polizei heraus, dass der Mann schon 2011 in seinem Taxi über eine Frau hergefallen sein soll. Nach sieben Monaten in Untersuchungshaft einigte er sich außergerichtlich mit der Frau.

Kein polizeiliches Führungszeugnis abgefragt

Uber hatte laut Polizei kein polizeiliches Führungszeugnis des Fahrers abgefragt, sehr wohl aber seine Lizenz als gewerblicher Taxi-Fahrer. Indiens Transportminister Nitin Gadkari sagte im Parlament, nach jüngster Schätzung seien ein Drittel dieser Lizenzen gefälscht. Das System werde nun verbessert.

(Jörg Schamberg)

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