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Nach Übernahme von E-Plus: Drastischer Stellenabbau bei Telefónica Deutschland

Telefónica Deutschland hat sich dank der Übernahme von E-Plus zum größten deutschen Mobilfunkanbieter aufgeschwungen. Doch viele Mitarbeiter kostet das Zusammengehen wohl bald den Job: Nach Informationen der dpa sollen 1.600 Arbeitsplätze gestrichen werden.

17.10.2014, 13:16 Uhr (Quelle: DPA)
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Der Telekommunikationskonzern Telefónica Deutschland setzt wenige Wochen nach der vollständigen Übernahme von E-Plus den Rotstift an. Wie die Nachrichtenagentur dpa aus Unternehmenskreisen erfuhr, sollen in den nächsten Jahren 1.600 Arbeitsplätzen gestrichen werden. Die Mitarbeiter wurden am Freitag über die Pläne informiert.

Unter anderem Standorte in Düsseldorf und München betroffen

Derzeit hat das Unternehmen insgesamt 9.100 Stellen. Betroffen von dem Abbau sind unter anderem die Standorte Düsseldorf und München. Mitarbeitern sollen unter anderem Abfindungen angeboten werden. Betriebsbedingte Kündigungen sollen nach Möglichkeit vermieden werden. Größter Standort des Unternehmens ist die Zentrale in München mit derzeit rund 2.600 Mitarbeitern. In Düsseldorf, dem E-Plus-Standort, arbeiten rund 1.000 Menschen, in Hamburg 700.

Durch den Zusammenschluss mit E-Plus war Telefónica gemessen an den Kundenzahlen zum größten Mobilfunkkonzern Deutschlands aufgerückt. Die EU-Kommission hatte Ende August grünes Licht für den Zusammenschluss gegeben. Seit Anfang Oktober ist E-Plus eine 100-prozentige Tochter von Telefónica.

5 Milliarden Euro Einsparungen durch Synergien angestrebt

Der Konzern hatte schon angekündigt, durch den Zusammenschluss massiv Kosten sparen zu können. Als Ziel wurden rund 5 Milliarden Euro Synergien genannt. Unter anderem sollen Stellen gestrichen werden, die sich durch den Zusammenschluss doppeln. Zusätzliche Jobs fallen aber auch durch technische Veränderungen weg - unter anderem durch die geringere Nutzung von Telekommunikationsangeboten wie SMS.

Update vom 17. Oktober, 14:00 Uhr: Telefónica Deutschland bestätigt geplanten Stellenabbau

Der Telekommunikationskonzern Telefónica Deutschland hat den geplanten Abbau von 1.600 Arbeitsplätzen bestätigt. Nach der Übernahme von E-Plus gehe es vor allem darum, Doppelfunktionen zu streichen, erklärte das Unternehmen am Freitag in München. "Telefónica Deutschland Deutschland strebt dabei ein Abfindungsprogramm für ausscheidende Mitarbeiter an." Der Stellenabbau betreffe sowohl Telefónica Deutschland mit Sitz in München als auch E-Plus in Düsseldorf. Einen weiteren großen Standort hat das Unternehmen in Hamburg, wo auch das Festnetzgeschäft angesiedelt ist. Alle drei Standorte sollen aber weiterhin erhalten bleiben.

Update vom 17. Oktober, 17:15 Uhr: Kritik von Verdi am Stellenabbau

Die Einschnitte beim Personal sind aber aus Sicht von Verdi der falsche Weg, um im Wettbewerb mithalten zu können: "E-Plus und o2 haben zusammen 47 Millionen Kunden, mehr als T-Mobile und Vodafone." Diese Kunden müssten in das neue Unternehmen übernommen werden, warnte Fachgruppenleiter Peter Praikow. "Gerade jetzt braucht es eine besonders intensive Kundenbetreuung, um eine gute Servicequalität bieten zu können."

(Jörg Schamberg)

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