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Nach Porno-Vorwürfen: Flickr-Konkurrent 500px zurück auf dem iPhone

Die App 500px war in der vergangenen Woche aus dem App Store entfernt worden, da Apple sogar Benutzerbeschwerden wegen Kinderpornografie vorliegen würden. Neue Filter blenden nun nackte Tatsachen aus.

30.01.2013, 16:31 Uhr
SMS schreiben© Andres Rodriguez / Fotolia.com

Am 22. Januar hatte Apple die Foto-App 500px aus dem App Store entfernt. Als Grund wurde die Möglichkeit genannt, über 500px Nacktbilder auf dem iPhone anzeigen zu können. Apple würden sogar Benutzerbeschwerden wegen Kinderpornografie vorliegen, so 500px-Mitgründer Evgeny Tchebotarev gegenüber dem US-Blog „The Verge“. Nach einigen Anpassungen wurde 500px nun wieder in den App Store aufgenommen.

Apple gibt sich mit Suchfiltern zufrieden

Über eine neue Funktion können die Nutzer jetzt mit nur einem Klick anstößige Bilder melden. Es wurde auch die Suchfunktion eingeschränkt, sodass die Suche nach einschlägigen Begriffen keine Ergebnisse mehr liefert. In beiden Punkten, so Tchebotarev, wurden Vorgaben umgesetzt. Zudem wurde 500px von Apple in die strengere Alterskategorie 17+ eingeordnet.

Bereits in früheren Versionen der App hat 500px die Suchergebnisse gefiltert. Nutzer, die sich gegenüber dem Dienst als alt genug legitimiert hatten, konnten jedoch diesen Filter über die Weboberfläche deaktivieren, nicht aber über das iPhone. Die Suchergebnisse dieser Nutzer werden nach wie vor nicht gefiltert. Trotz intensiver Suche habe 500px aber auch keinen Beleg für den Vorwurf gefunden, Nutzer hätten über die Plattform kinderpornografische Bilder online gestellt.

Einladung zur Selbstzensur

Der Video-Sharing-Dienst Vine nutzt nun ebenfalls Filter, um die Auflagen von Apple zu erfüllen. Über Vine lassen sich mit dem iPhone sechs Sekunden lange Videos aufnehmen und über Twitter oder Facebook veröffentlichen. Kurzfilme mit pornografischem Inhalt werden über einschlägige Hashtags jetzt nicht mehr gefunden.

Auch wenn Apple einzelne Anwendungen nicht mehr so rigoros ausschließt (Vine gehört zum Apple-Partner Twitter), so schwebt die Entfernung aus dem App Store immer noch wie ein Damoklesschwert über den Entwicklern. Auf ihnen liegt die Last, die Daten der Nutzer nach anstößigen Inhalten zu durchsuchen und ihre Apps nachzubessern, wenn Apple seine Maßstäbe ändert. Letztlich wird dies zu einer Selbstzensur führen, die über das hinaus geht, was Apple verlangt.

(Peter Giesecke)

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