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Nach Google-Niederlage: Verleger fordert Leistungsschutzrecht wie in Spanien

Nach dem Aus von Google News in Spanien fordert der Verleger des "Reutlinger General-Anzeigers" nun eine Verschärfung des Leistungsschutzrechts in Deutschland. Valdo Lehari jr. ist auch Vizepräsident des Verbands der Europäischen Zeitungsverleger (ENPA).

12.12.2014, 09:02 Uhr (Quelle: DPA)
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Der Vizepräsident des Verbands der Europäischen Zeitungsverleger (ENPA), Valdo Lehari jr., hat die Bundesregierung aufgefordert, das Leistungsschutzrecht für Presseverleger in Deutschland zu verschärfen und dem Vorbild Spaniens zu folgen.

Aus für Google News in Spanien

"Das spanische Gesetz ist klarer und hat nicht die Schwächen des deutschen Leistungsschutzrechtes", sagte der Reutlinger Verleger der Deutschen Presse-Agentur. Das von Google angekündigte Abschalten der spanischen Seite von Google News zeige, dass das neue spanische Urheberrecht wirksam sei.

Das spanische Gesetz sieht einen Schutz vom ersten Wort an vor, während nach dem deutschen LSR "einzelne Wörter und kleinste Textausschnitte" lizenzfrei genutzt werden können. In Spanien werden außerdem die Verleger verpflichtet, eine Gebühr zu verlangen, während dies in Deutschland optional ist.

Forderungen an die Bundesregierung

Entgegen der Darstellung von Google-News-Chef Richard Gingras seien die Anwender in Spanien nicht vom Nachrichtenfluss abgeschnitten, meinte Lehari. "Ihnen stehen mehrere Alternativen offen, darunter auch der direkte Weg zu den Websites der Verlage." Die Bundesregierung sollte nun "die Schwächen des deutschen Leistungsschutzrechtes beseitigen", forderte Lehari.

Der Verleger und Geschäftsführer des "Reutlinger General-Anzeigers" ist Mitglied im ZDF-Fernsehrat und sitzt im dpa-Aufsichtsrat.

(Peter Giesecke)

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