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Nach Diebstahl von Promi-Nacktfotos: FBI auf der Jagd nach den Tätern

Nachdem online Nacktfotos von Prominenten wie Jennifer Lawrence aufgetaucht waren, hat die US-Bundespolizei FBI Ermittlungen aufgenommen. Apple überprüft zudem seinen Online-Speicherdienst iCloud, über den als Quelle der Fotos spekuliert wird.

02.09.2014, 16:50 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Im Fall der online verbreiteten Nacktfotos von Prominenten wie Jennifer Lawrence fahndet jetzt das FBI nach den Tätern. Nähere Details nannte die US-Bundespolizei zunächst nicht. Apple prüft Spekulationen über eine Hacker-Attacke auf seinen Online-Speicherdienst iCloud als Quelle für die Fotos. "Wir nehmen die Privatsphäre der Nutzer sehr ernst und untersuchen aktiv diesen Bericht", sagte eine Apple-Sprecherin dem Technologieblog "Recode".

Spekulationen über Sicherheitslücken in Apple-Diensten

Zusammen mit den Bildern hatten Unbekannte in Internet-Foren auch die Darstellung gestreut, die Fotos seien aus iCloud erbeutet worden. Konkrete Belege dafür blieben bisher aus.

Das FBI äußere sich zwar grundsätzlich nicht zu laufenden Ermittlungen, in diesem Fall seien diese aber mit Blick auf das öffentliche Interesse bestätigt worden, sagte eine Sprecherin dem Finanzdienst Bloomberg am Montag.

Apple betonte stets, die Informationen in iCloud würden verschlüsselt gespeichert. Wahrscheinlicher als ein Knacken der Verschlüsselung ist, dass die Täter etwa über fingierte E-Mails oder Nachrichten an die Passwörter herankamen. Zugleich wurde im Netz am Montag über eine inzwischen geschlossene Lücke in Apples System zur Suche nach verlorenen iPhones spekuliert: Sie habe es Angreifern erlaubt, eine uneingeschränkte Zahl von Passwörtern durchzuprobieren und so mit einem speziellen Programm eventuell die richtige Kombination zu erraten, hieß es unter Berufung auf IT-Sicherheitsexperten.

Echtheit einiger Fotos bestätigt - mehrere Quellen für entwendete Fotos?

Die Schauspielerin Kirsten Dunst reagierte am Montag bei Twitter mit einem sarkastischen "Danke, iCloud" auf die Veröffentlichung mehrerer freizügiger Bilder von ihr. Es gab zunächst allerdings nach wie vor keine belastbaren Hinweise darauf, aus welchen Quellen und auf welchem Wege die Bilder entwendet wurden. Während die Echtheit einiger Fotos bestätigt wurde, wurden andere für Fälschungen erklärt.

IT-Sicherheitsexperten schlossen auch nicht aus, dass ein Hacker die Bilder gesammelt haben und seine Sammlung dann von anderen Angreifern geplündert worden sein könnte. Andere vermuteten, dass es mehrere Quellen für die entwendeten Fotos gab.

Für Apple kämen Zweifel an der Sicherheit seiner Dienste zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt: Das Unternehmen will kommende Woche voraussichtlich neue iPhones und einen mobilen Bezahldienst vorstellen. Da ist Vertrauen der Kunden besonders wichtig. Es ist eine übliche Vorgehensweise von Apple, sich mit Äußerungen zu möglichen Problemen zurückzuhalten, bis intern Klarheit geschaffen wurde.

Nicht der erste Einbruch in Computer von Promineten

Lawrence' Sprecher hatte nach Auftauchen der Bilder am Sonntag erklärt, die Behörden seien eingeschaltet worden. Jeder, der die gestohlenen Fotos veröffentliche, werde belangt. Auch Vertreter des Models Kate Upton drohten dies an. Die nicht von dem Hack betroffene Schauspielerin Lena Dunham schrieb bei Twitter, diejenigen, die die Fotos veröffentlicht hätten, sollten nicht als Hacker, sondern als Sextäter betrachtet werden.

Es ist bei weitem nicht der erste Einbruch in Computer von Prominenten. So war vor zwei Jahren ein Mann aus Florida nach mehreren Cyberattacken auf US-Stars zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte ein knappes Jahr lang mehr als 50 Opfer ausspioniert, darunter Scarlett Johansson, Mila Kunis und Christina Aguilera. Er hackte ihre Konten, griff auf private Fotos und Informationen zu und verbreitete sie im Internet.

(Jörg Schamberg)

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