Reformen geplant

Nach Datenskandal bei Facebook: Zuckerberg entschuldigt sich

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sich nach dem Datenskandal bei dem sozialen Netzwerk entschuldigt. In einer Medienoffensive zeigt er sich zudem bereit, vor dem US-Kongress auszusagen und kündigt Reformen an.

Mark Zuckberg Facebook© Facebook

Menlo Park - Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sich in dem Skandal um mutmaßlichen Datenmissbrauch durch die Firma Cambridge Analytica entschuldigt. "Das war ein grober Vertrauensbruch und es tut mir sehr leid, dass das passiert ist", sagte er in einem CNN-Interview am Mittwochabend (Ortszeit). Neben CNN gab er zahlreichen weiteren US-Medien Interviews und beendet so sein tagelanges Schweigen. Er kündigte neben Reformen der sozialen Plattform an, - falls nötig - auch vor dem US-Kongress zu dem Datenskandal auszusagen.

Daten von über 50 Millionen Nutzern abgegriffen

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica sich unerlaubt Zugang zu Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern verschaffen konnte. Facebook wolle nun jeden von dem Daten-Missbrauch betroffenen Nutzer informieren, sagte Zuckerberg der "New York Times". "Wir werden das System so anpassen, das so etwas nicht wieder passiert", fügte er hinzu.

Zuvor hatte er auf Facebook versprochen, die Nutzerdaten besser zu schützen. Ein Großteil der von ihm dafür angekündigten Maßnahmen zielt darauf, den Zugriff von App-Entwicklern einzuschränken. So sollen Facebook-Apps, die man drei Monate lang nicht genutzt hat, automatisch die Zugangsberechtigung verlieren. Zuckerberg schrieb: "Ich habe Facebook gestartet, und am Ende trage ich die Verantwortung dafür, was auf unserer Plattform geschieht." Zu den Maßnahmen könnte auch eine stärkere Regulierung gehören. "Es gibt Dinge, wie etwa Transparenz bei der Werbung, die ich sehr gern sehen würde", sagte Zuckerberg.

Zuckerberg zeigt sich demütig

Er schlug in seiner Stellungnahme und zuletzt seinen Interviews gegenüber den Facebook-Nutzern einen demütigen Ton an: "Wir haben die Verantwortung, Ihre Daten zu schützen - und wenn wir dies nicht können, verdienen wir es nicht, Ihnen zu dienen." Die Kontroverse hatte Facebook die heftigste Kritik seit Jahren gebracht.

Politiker in den USA und Europa fordern härtere Regeln für den Datenschutz bei Online-Plattformen. Die Justiz- und Verbraucherschutzministerin Katarina Barley (SPD) kündigte an, Vertreter des Unternehmens in ihr Ministerium zu laden, um eine Erklärung zu erzwingen. Die Linken-Abgeordnete Anke Domscheit-Berg forderte eine Vereinfachung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Sozialen Netzwerken: "Das muss kurz, einfach und übersichtlich sein" - ähnlich den Beipackzetteln von Medikamenten.

Reaktionen auf Twitter

Auf Twitter macht der Hashtag "#deletefacebook" (lösche Facebook) die Runde. Er wurde unter anderem von WhatsApp-Mitgründer Brian Acton aufgegriffen, der den Messaging-Dienst für rund 22 Milliarden Dollar an Facebook verkauft hatte und bis vor kurzem auch noch dort beschäftigt war.

Marcel Petritz / Quelle: DPA

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