Täter gefunden?

Nach Datenklau: 20-Jähriger festgenommen und geständig

Rund 1.000 Politiker, Prominente und Journalisten sind von der Veröffentlichung ihrer persönlichen Daten betroffen. Die Ermittler haben in Hessen jetzt einen 20-Jährigen verhaftet - der voll geständig sein soll.

Hackerangriff© Tomasz Zajda / Fotolia.com

Wiesbaden - Nach dem massiven Online-Angriff auf Politiker und Prominente ist ein 20-Jähriger in Mittelhessen vorläufig festgenommen worden. Das teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Dienstag in Wiesbaden mit. Zuvor hatte "Spiegel Online" berichtet. Die Deutsche Presse-Agentur erfuhr aus Sicherheitskreisen, dass der junge Mann in vollem Umfang geständig sei.

Details sollen am Dienstag bekanntgegeben werden

Seine Wohnung war am Sonntag durchsucht worden. Den genauen Ort teilte das BKA nicht mit. Die Behörde und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wollen am Dienstagmittag (12.00 Uhr) in Wiesbaden Details zu den bisherigen Ermittlungen im Fall des massenhaften Datendiebstahls bekanntgeben.

Rund 1.000 Politiker, Prominente und Journalisten sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums von dem Online-Angriff betroffen. Etwa 50 Fälle seien schwerwiegender, weil größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht worden wurden.

BKA-Beamte hatten außerdem am Sonntag die Wohnung eines Zeugen in Heilbronn durchsucht. Auch weitere Zeugen wurden vernommen.

Zahlreiche persönliche Daten von Politikern und Prominenten veröffentlicht

Ein bislang Unbekannter hatte über das inzwischen gesperrte Twitter-Konto @_0rbit im Dezember zahlreiche persönliche Daten von Politikern und Prominenten als eine Art Adventskalender veröffentlicht. Manche Informationen hatte er auch schon früher ins Netz gestellt. Das wurde allerdings erst in der Nacht zu Freitag öffentlich - und somit auch vielen Betroffenen - bekannt.

Die Bundesregierung will aus dem Fall Konsequenzen ziehen und die Cyber-Sicherheit verbessern. Dazu soll in den nächsten Monaten unter anderem ein "Cyber-Abwehrzentrum plus" geschaffen werden.

Jörg Schamberg / Quelle: DPA

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