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Muss Leipzig um die Games Convention bangen?

Die Messe Berlin will die größte und wichtigste Video- und Computerspielemesse Europas in die Hauptstadt holen. Ihr Argument: mehr Wachstum und mehr Internationalität.

28.12.2007, 16:17 Uhr
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Die Berliner Messe hat neben zahlreichen anderen deutschen Messestandorten wiederholt großes Interesse an der größten und wichtigsten Video- und Computerspielemesse Europas - der Games Convention in Leipzig - angemeldet. Doch das Highlight der Gaming-Branche soll in Leipzig zuhause bleiben.
Mehr Internationalität
"Natürlich ist die Games Convention eine ausgezeichnete Messe, und Berlin wäre in der Tat der beste Ort für eine international ausgerichtete Veranstaltung dieser Art", betonte Messe-Chef Raimund Hosch am Donnerstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das Hauptargument der Berliner: die Games Convention habe in der Hauptstadt ein größeres Wachstumspotential als in Leipzig. Außerdem verspreche ein neuer Messestandort wie Berlin auch mehr Internationalität bei den Ausstellern und Besuchern.
Großes Zukunftspotential
Das Wachstumspotential der Leipziger Messe ist enorm. In diesem Jahr fand die Games Convention bereits zum sechsten Mal statt und lockte an nur vier Tagen 185.000 Besucher in die Messehallen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Gesamtausstellungsfläche von 90.000 auf 115.000 Quadratmeter.
Besonders deutlich wird der Stellenwert der Veranstaltung an dem großen Interesse der Fachbesucher. Die Zahl verdoppelte sich fast im Vergleich zum Vorjahr.
2008 noch in Leipzig
Im nächsten Jahr werden jedenfalls wieder tausende Spielefreaks in der Zeit vom 20. bis zum 24. August in die Leipziger Messehallen pilgern und auf der Suche nach Neuigkeiten die Stände der Aussteller belagern. Apropos Internationalität: Das erfolgreiche Konzept der Messe Leipzig funktioniert auch in Singapur. Dort kamen rund 70.000 Besucher zur ersten Games Convention Asia. Auch in Südamerika laufen derzeit in Kooperation mit der Messe Leipzig die Vorbereitungen für eine eigene Games Convention.
Schlechte Karten für die Konkurrenz
Einfach werden es die anderen Messegesellschaften jedenfalls nicht haben, die Games Convention an ihren Standort zu holen. Denn die Messe Leipzig hat sich nicht nur die Namensrechte an der erfolgreichen Veranstaltung gesichert, sondern auch mit einigen der größten Aussteller wie Microsoft, Sony und Nintendo entsprechende Rahmenverträge abgeschlossen, die den Standort Leipzig auch weiterhin sichern sollen.
Games Convention auch nach 2008 in Leipzig?
Doch das letzte Wort scheint in der Sache noch nicht gesprochen zu sein. Denn als ideeller Träger der Games Convention ist der Bundesverband Interaktiver Unterhaltungssoftware (BIU) derzeit mit zahlreichen Messegesellschaften im Gespräch. Eine entgültige Entscheidung werde erst im Januar nächsten Jahres erwartet. Doch nach Informationen der Tageszeitung "Welt" sei eine Entscheidung bereits gefallen - und zwar zugunsten von Leipzig.

(Michael Friedrichs)

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