Monopolkommission

Muss Amazon Dienste von Prime entbündeln?

Droht Amazon in Deutschland Ungemach bei seinem Angebot Prime? Der Vorsitzende der Monopolkommission spricht sich wegen Amazons großer Marktmacht für eine Entbündelung von Produkten aus. Konkret sei dies bei Prime vorstellbar.

Jörg Schamberg, 25.03.2019, 11:47 Uhr
Amazon Prime Logo© Amazon.com, Inc.

Berlin - Der US-Konzern Amazon dominiert den Online-Handel in Deutschland. Der Marktanteil hierzulande liegt bei rund 50 Prozent. Den Wettbewerbshütern ist dies zunehmend ein Dorn im Auge. Achim Wambach, Vorsitzender der Monopolkommission, denkt nun laut Bericht der "Welt am Sonntag" offen über eine Einschränkung der Marktmacht von Amazon nach. Die Monopolkommission, ein Gremium aus Experten, berät die Bundesregierung zu Themen rund um Wettbewerb.

Amazon verknüpft bei Prime verschiedene Leistungen

"Man könnte bei Amazon in Richtung einer Entbündelung auf Produktebene denken", so Wembach gegenüber der Zeitung. Konkret zielt der Vorsitzende der Monopolkommission dabei auf das Kundenbindungsprogramm Amazon Prime ab, das verschiedene Dienste bündelt. Für eine jährliche Gebühr von 69 Euro profitieren Prime-Kunden beispielsweise von kostenlosem Premium-Versand sowie vom Zugriff auf Streaming-Dienste wie Prime Video und Prime Music.

Der Monopolkommission schwebt ein Vorgehen wie bei den Android-Smartphones von Google vor. Die EU-Wettbewerbswächter hatten im vergangenen Sommer eine Milliardenstrafe gegen Google verhängt. Zudem wurde dem Internetkonzern auch untersagt, Smartphone-Hersteller dazu zu zwingen, ein Paket mit Google-Apps auf den Mobiltelefonen einzubinden. Ähnlich wie Google verknüpfe auch Amazon Prime laut Wambach verschiedene Leistungen.

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