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Musikriese Universal: Digital überholt CD

Kommt sie nun doch noch, die Trendwende? Bisher behauptete sich die CD hartnäckig auf dem Markt gegenüber den Online-Dienste. Jetzt meldet Branchengröße Universal Music erstmals mehr Online- als Scheibenverkauf. Downloadportale wie musicload.de sind aber nicht die Gewinner.

25.02.2014, 19:56 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Anterovium / Fotolia.com

Der weltgrößte Musikkonzern Universal Music hat 2013 erstmals mehr Musik über Download- und Streamingplattformen verkauft als über herkömmliche Tonträger wie CDs oder Platten. Der Anteil des digitalen Geschäfts sei bei nahezu konstantem Umsatz von 44 Prozent auf 51 Prozent gestiegen, teilte die französische Muttergesellschaft Vivendi am Dienstag in Paris mit. Abo- und Streamingdienstkunden hätten mit 26 Prozent zum Erfolg der digitalen Angebote beigetragen. Den Kauf des Rivalen EMI miteingerechnet, stieg der Umsatz von Universal Music 2013 um 7,5 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro.

Vivendi: Gewinnsprung auf 1,97 Mrd. Euro

Als die größten Umsatzbringer des vergangenen Jahres nannte das Unternehmen Künstler wie Eminem, Katy Perry, Lady Gaga, Drake oder die Indie-Gruppe Imagine Dragons. Im laufenden Jahr sind Neuerscheinungen von U2, Lana Del Rey, Rihanna oder Justin Bieber die Hoffnungsträger.

Die Universal-Mutter Vivendi, zu der auch der Mobilfunkanbieter SFR gehört, verbuchte 2013 einen Gewinnsprung auf 1,97 Milliarden Euro - dies aber nur wegen des Verkaufs von Anteilen an der Computer- und Videospieltochter Activision Blizzard. Bereinigt um Sondereffekte ging der Gewinn bei einem Umsatz von 22,1 Milliarden Euro um zehn Prozent auf 1,54 Milliarden Euro zurück.

Jeder vierte Euro kommt vom Internet

Bisher lagen die Silberscheiben noch klar vor den Online-Diensten: Zwei Drittel ihrer Umsätze macht die Musikbranche mit CDs und Vinyls. Die Trendwende zeichnet sich jedoch nicht nur Universal Music ab. Generell beobachtet die Branche, dass das Wachstum aus dem Onlinegeschäft kommt. Bereits jetzt wird jeder vierte Euro im Internet vedient. Und dabei sind es weniger die Downloadportale, sondern die Streamingdienste, die die Brötchen einfahren.

Die Wirtschaft zieht bereis Konsequenzen. Die Deutsche Telekom arbeitet mit Spotify zusammen und will sich von Musicload trennen. Der Download-Dienst war der dritte große Anbieter am deutschen Markt, stand jedoch stets im Schatten der US-Riesen Apple mit iTunes und Amazon. Doch auch die Branchen-Tanker dürften den Trend bereits spüren. In den USA sank die Zahl der Downloads zum ersten Mal seit zehn Jahren.

(Dorothee Monreal)

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