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Musikindustrie-Streit: Amazon lässt Muskeln spielen

Der Versandhändler überbot die Forderung von Plattenfirmen, das Anbieten von billigen CD-Importen einzustellen - und nahm alle aktuellen Alben aus dem Programm.

25.12.2007, 14:13 Uhr
Amazon© Amazon

Während in den letzten Tagen vor Weihnachten auf den Straßen die Jagd nach Geschenken seinen Höhepunkt erreichte, brodelte es auch hinter den Kulissen des deutschen Versandhandels: Wie der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, gönnte sich Amazon einen vorweihnachtlichen Schlagabtausch mit der Musikindustrie – und gewann. Zunächst zumindest.
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Wer Anfang letzter Woche noch schnell ein Last-Minute-Präsent in Form eines CD-Albums bei dem Versandhändler bestellen wollte, musste feststellen, dass derzeitige Chart-Hits von Künstlern wie Celine Dion, James Blunt und Amy Winehouse partout nicht im Shop-Repertoire auftauchen wollten. Betroffen waren die Top-10-Hits der Plattenfirmen Sony BMG, Warner, Universal und EMI. Zuvor hatten sich Vertreter der Musikindustrie zusammengeschlossen, um Amazon in Bezug auf eine bestimmte Praxis abzumahnen. Der Versandhändler bot in letzter Zeit immer häufiger billige CD-Importe aus nicht EU-Ländern an: aufgrund des starken Euros ein lohnendes Geschäft. Amazon wiederum kam dieser Aufforderung gerne nach – und überbot sie dabei sogar noch, indem der Online-Händler kurzerhand fast sämtliche Alben der größten Plattenlabel aus dem Angebot tilgte.
"Die Kuh ist noch lange nicht vom Eis."
Ein hektisch einberufenes Krisengespräch konnte Amazon zunächst zum Einlenken bewegen. Doch wie ein Sprecher aus der Musikindustrie dem Spiegel in winterlicher Metaphorik verriet, ist die Gefahr noch nicht vorüber: "Das ist nur ein Waffenstillstand, die Kuh ist noch lange nicht vom Eis." Einem anderen Top-Manager der Branche konnte der Spiegel nur ein Kopfschütteln entlocken: "Wie es passieren konnte, sich ausgerechnet im Weihnachtsgeschäft mit Amazon anzulegen, ist völlig rätselhaft."

(André Vatter)

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