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Musikindustrie nimmt ein Zehntel mit Downloads ein

Das Musikdownload-Geschäft gewinnt immer mehr an Fahrt, gleicht den Rückgang der CD-Verkäufe aber noch nicht aus.

26.12.2009, 14:01 Uhr
Internet© arquiplay77 / Fotolia.com

Während viele Unternehmen die positiven Möglichkeiten des Internet ausschöpfen, beklagen sich die Musik- und die Filmindustrie in regelmäßigen Abständen über diejenigen, die das Gegenteil tun: illegal Inhalte herunterladen. Zumindest im Musik-Business bekommt aber offenbar der legale Onlinevertrieb Aufwind. In diesem Jahr haben die über das WWW generierten Einnahmen neue Spitzenwerte erreicht.
Onlinegeschäft wächst
Wie die Online-Ausgabe der "Welt" berichtet, nahm die Musikindustrie ein Zehntel ihres Umsatzes über Downloads ein. Hierzu zählen nicht nur der Kauf über Musikportale wie Musicload, sondern auch Einnahmen durch Veröffentlichungen in Computerspielen oder auf Portalen wie YouTube. Insgesamt sei das Onlinegeschäft nach den Angaben des Bundesverbandes der Musikindustrie im laufenden Jahr um 20 bis 30 Prozent gewachsen. Wie bereits bei vergangenen Kassenstürzen machte auch dieser vor allem den Albenverkauf mit einem Anstieg von 50 Prozent als treibende Kraft vor dem Download einzelner Songs aus.
CD-Verkäufe in Deutschland stabil
Trotz der Wachstumsschübe könnten die rückläufigen CD-Verkäufe noch nicht kompensiert werden, den Interessenvertretern zufolge ist Deutschland im Offlinegeschäft, wozu auch der Onlineverkauf von CDs gezählt wird, verglichen mit Märkten wie Frankreich, den USA und Japan aber noch ganz gut aufgestellt. Die Absatzzahlen beziffere der Verband auf 140 bis 150 Millionen Stück pro Jahr. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass es beim Onlinevertrieb noch Spielraum nach oben gibt. In den USA liege der Anteil der Musikdownloads bereits bei mehr als 30 Prozent.
Unterm Strich erwirtschaftet die Musikindustrie nach Ansicht des Bundesverbandes ein "leichtes Minus", 2008 nahm sie 1,575 Milliarden Euro ein. Schuld am Umsatzrückgang hätten weiterhin die Nutzer, die sich illegal am Musikangebot bedienen. Wie viele Titel in diesem Jahr gratis und illegal auf die PCs wanderten, stehe noch nicht fest. Seit 2003 sei aber ein Rückgang zu verzeichnen, was Stefan Michalk vom Bundesverband Musikindustrie auf die Kombination von Aufklärungs- umd Abschreckungskampagnen sowie verschickter Abmahnungen zurückführt. Von der Bundesregierung erhofft sich die Industrie ähnliches Vorgehen wie in Frankreich oder Großbritannien: Warnhinweise als Schuss vor den Bug. Aktuell verlässt sich das Musikgeschäft auf Anzeigen und zivilrechtliche Prozesse. In letzterem Fall führt der Weg dann über die IP-Adresse des Nutzers, die beim DSL-Provider angefragt wird.

(Saskia Brintrup)

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