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Musikdownloads zählen künftig für die Charts

media control ist wie kein anderer Name mit der Erstellung der deutschen Verkaufshitparaden im Musikgeschäft verbunden. Ab Juli sollen Internet-Downloads stärker berücksichtigt werden.

27.06.2007, 13:46 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Fernsehzuschauern, die sich vor mehr als 20 Jahren die ZDF-Hitparade angesehen haben, dürfte der Name media control ein Begriff sein. Dieter-Thomas Heck verwies in jeder seiner legendären Sendungen auf die Zusammenstellung der aktuellen Verkaufscharts durch media control. Nun werden auch die in die Jahre gekommenen Charts einer Frischzellenkur unterzogen und sollen ein realistischeres Abbild des Musikmarktes vermitteln. Ab Juli sollen erstmals auch Musiktitel, die es nur zum Download im Internet gibt, in die Erstellung der Charts einfließen.
Download-Markt wird wichtiger
Mit dieser Entscheidung will die Musikwirtschaft nach einer Mitteilung des Deutschen Phonoverbandes der wachsenden Bedeutung des Download-Marktes Rechnung tragen. Vorteile bringt die neue Handhabung vor allem für Nachwuchskünstler, die aber noch über keinen Plattenvertrag verfügen. Im Auftrag des Phonverbandes erstellt media control seit 1977 jede Woche die so genannten Top 100 für Singles sowie die Album-Charts.
In einer ersten Stufe der Reform wurden bereits Musik-Downloads aus dem Internet in die Berücksichtigung aufgenommen, wenn sie auch zusätzlich auf einem Tonträger angeboten werden. Starttermin für die Zählung der so genannten "Digital-Only-Releases" ist der 13. Juli. Zu diesem Zeitpunkt werden alle Titel gezählt, die bis zum 6. Juli von den Plattenfirmen gemeldet wurden. Erstmals könnten dann reine Online-Veröffentlichungen in den am 23. Juli erscheinenden Charts zu finden sein.
Wertbasierte Berechnung
Parallel stellt media control das Chart-System für Singles und Alben auf eine wertbasierte Berechnung um. Die Umstellung berücksichtigt Anmerkungen des Kartellamtes zum bisherigen Verfahren und wurde in Absprache mit der Kartellbehörde entwickelt. Bei dem neuen System wird sich der Chartplatz künftig nach dem Umsatz richten, der mit dem Verkauf eines Produktes erzielt wurde.

(Stefan Hagedorn)

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