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Musik-Downloader werden in Deutschland bald verklagt

15.08.2003, 16:29 Uhr
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Auch das reine Downloaden von Musikstücken soll in Deutschland bald juristische Konsequenzen nach sich ziehen, das jedenfalls kündigen Teile der Musikindustrie an.
Vorbild USA
Gegenüber dem Handelsblatt bestätigte Sony-Chef Baltasar Schramm, dass man eine Klagewelle nach dem Vorbild der USA initiieren möchte. So soll es zukünftig ein erheblich aggressiveres Vorgehen gegen Musik-Piraterie geben.
Dazu zählt das Ermitteln von IP-Adressen in Tauschbörsen und Anfragen an die Provider zur Aufdeckung der Personen hinter den Nummern. Dabei sollen nicht nur Anbieter von illegaler Musik verfolgt werden, Schramm möchte auch die Konsumenten geklauter Musik vor Gericht sehen.
Umsatz rückläufig
Ein Abfangen der sinkenden Umsatzzahlen ist das erklärte Ziel. Dabei scheint es der Musikindustrie egal zu sein, ob man potentielle Kunden vergrault, die die Tauschbörsen lediglich zum Vorhören nutzen. Laut seinen Worten sollen die Zügel insgesamt massiv anziehen, den Nutzern soll sichtbar gemacht werden, dass der Download von Musik Konsequenzen zur Folge hat.
Sollten tatsächlich auch Konsumenten verfolgt werden, so wäre das Vorgehen der Musikindustrie in Deutschland sogar weitreichender als in den USA, denn dort verfolgt die RIAA derzeit lediglich die Anbieter von illegaler Musik. Noch laufen in Deutschland derartige Aktionen allerdings nicht, man muss daher abwarten, ob es bei den Drohungen bleibt oder ob die Musikindustrie tatsächlich gegen den Volkssport Musikpiraterie vorgehen wird.

(Alexander Moritz)

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