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Musik-Download: Saturn eröffnet, Karstadt schließt

Während Saturn mit einem neuen Musik-Downloadangebot punkten möchte, schließt Karstadts Downloadportal bald seine Türen.

26.09.2005, 17:11 Uhr
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Ein neues legales Musik-Downloadportal öffnete heute die Pforten. Unter www.saturn-download.de bietet der Elektronik-Riese Saturn ab heute rund 700.000 Musiktitel zum Download an - 100.000 Titel davon im MP3-Format, alle anderen als WMA-Dateien. Wie Konzernschwester Media Markt setzt Saturn auf die Plattform von 24/7 MusicShop.
Die Preise der einzelnen Songs bewegen sich dabei auf iTunes-Niveau: 99 Cent für einen Song, 9,99 Euro für ein Album. Die Bitrate der Tracks beträgt durchweg 192 kBit/s. Somit bietet Saturn seinen Nutzern eine bessere Soundqualität, als die meisten gängigen Download-Portale: unter anderem sind auch die iTunes von Apple nur mit 128 kBit/s erhältlich. Die Tracks im WMA-Format sind allerdings per Digital Rights Management geschützt. Das bedeutet, die Songs lassen sich nur begrenzt brennen und exportieren: in den meisten Fällen zehn Mal auf CD, fünf Mal auf mobile Player.
Schnäppchen zur Eröffnung
Getreu seinem Werbeslogan "Geiz ist geil" bietet Saturn bis zum 5.Oktober ein spezielles Eröffnungsangebot: alle Tracks können zu einem Preis von 50 Cent herunter geladen werden. Sparfüchse aufgepasst: Einige Alben mit bis zu 19 Tracks sind somit im Aktionszeitraum preiswerter, wenn der Nutzer alle Tracks einzeln herunter lädt. Mit einer ähnlichen Aktion erreichte Musicload, Internet-Musikmarkt von T-Online, bereits Mitte September über vier Millionen Downloads innerhalb von vier Tagen.
Saturn vs. Karstadt
Die einen kommen, die anderen gehen. Während Saturn mit seinem neuen Downloadangebot punkten möchte, schließt das Musik-Downloadportal von Karstadt Ende November seine Türen. Seit gestern verschickt das Unternehmen E-Mails an seine Nutzer. Die E-Mails enthalten die Aufforderung, bereits gekaufte Credits bis zum 30. November einzulösen. Danach werde der Dienst eingestellt, heißt es bei Heise.de.
Das Downloadportal von Karstadt gehört mit zu den ersten legalen Online-Musikshops. Es nahm im April 2003 seinen Dienst auf, hatte jedoch mit vielen "Kinderkrankheiten" zu kämpfen: Das Portal unterstützt beispielsweise nicht alle gängigen Betriebssysteme und Browser. So erhält ein Firefox-Nutzer nach dem Aufruf der Seite die Meldung: "Für die von Ihnen aufgerufene Seite benötigen Sie den Internet Explorer 6 (oder höhere Version)." Und das, obwohl schätzungsweise ein Viertel aller deutschen Surfer den Browser von Mozilla verwenden.
Hinzu kommt, dass nicht alle gängigen MP3-Player bei Karstadt herunter geladene Songs abspielen und die herunter geladenen Musikstücke nur eine mittelmäßige Qualität besitzen. Angesichts dieser gravierenden Defizite ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich das Karstadt-Download-Angebot auf Dauer nicht am Markt behaupten konnte.

(Denise Bergfeld)

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