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"Museum-Digital": Kultur online für Ausgeh-Muffel

Mammutknochen und Meisterwerk: Deutsche Museen zeigen, was sie haben, und das zunehmend auch online. Zum Beispiel auf museum-digital.de. Mit dabei: das Berliner Computerspiel-Museum.

20.04.2014, 08:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Fünf Jahre nach dem Start von "Museum-Digital" nutzen bundesweit rund 300 Museen die Internet-Plattform und präsentieren ihre Exponate online. Sammlungen und Objekte seien weltweit für Wissenschaft, Schule und für das allgemeine Publikum im Internet verfügbar, teilte Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) am Montag mit. Der Initiative des Museumsverbandes Sachsen-Anhalts haben sich inzwischen unter anderem Berlin, Brandenburg, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen angeschlossen.

Portal zeigt 33.000 Objekte

Unter www.museum-digital.de werden die Objekte in der Regel mit Foto und einer ausführlichen Beschreibung vorgestellt. Bundesweit können auf der Internetseite etwa 33.000 Objekte bestaunt werden.

Wissbegierige können sich so innerhalb von Sekunden durch die Jahrhunderte klicken. Vom Mammutknochen aus dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle über den Bergbau-Beamtenfrack aus dem 19. Jahrhundert aus Siegen bis hin zur Pinball-CR-Rom der 90er Jahre aus dem Computer-Spielemuseum in Berlin finden Stöberer Tausende Unikate.

Vieles "vermodert" im Depot

Rund 65.000 Museen gibt es in Deutschland. "Kaum ein Museum kann alle von ihm verwahrten Objekte gleichzeitig zeigen. Vieles muss - kaum beachtet - in den Depots verbleiben", sagte Susanne Kopp-Sievers, Geschäftsführerin des Museumsverbands. Noch fehle jedoch vielen Museen das Personal, um die abfotografierten Exponate ins Internet zu stellen.

Was online geht und was nicht, werden Museum im Laufe des Projektes erfahren. Max Hollstein glaubt beispielsweise nicht an den virtuellen Rundgang durch die Ausstellung oder den Lock-Effekt für mehr Besucher. "Das eine ist relativ uninteressant, das andere wird nicht funktionieren", so der Chef des Frankfurter Städel-Museums.

Hollstein sieht die Online-Plattform eher als digitalen Begleiter, der einen "qualifizierten Besuch" ermöglicht, beispielsweisen einen Online-Kurs zu Raffaels Radier-Techniken oder Dürers Biografie für alle, die eine Eintrittskarte kaufen. Außerdem ist der Audioguide des Städel-Museums bereits fürs Smartphone online verfügbar - kostenpflichtig, versteht sich.

(Dorothee Monreal)

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