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Museen erinnern an den Computer-Erfinder Zuse

Konrad Zuse baute 1936 in seinem Wohnzimmer den ersten Computer namens "Z1" - in der Größe eines Doppelbettes. Zu seinem 100. Geburtstag wollen bundesweit sechs Museen seine Leistungen ins Gedächtnis rufen.

20.04.2010, 16:16 Uhr (Quelle: DPA)
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Der Computer ist eine Erfindung aus Deutschland: Mit diesem Merksatz startet das Berliner Technikmuseum in ein Erinnerungsjahr, das dem Berliner Computerpionier Konrad Zuse (1910- 1995) gewidmet ist. Zum 100. Geburtstag des Ingenieurs wollen bundesweit sechs Museen seine Leistungen ins Gedächtnis rufen. Denn Zuse ist ziemlich in Vergessenheit geraten. "Der Computer stammt nicht aus Amerika, und Bill Gates hat ihn auch nicht nicht erfunden", sagt Berlins Museumsdirektor Dirk Böndel all jenen, die seinen Merksatz erst einmal nicht glauben wollen. Ganz genau genommen sei der erste Computer der Welt ein Berliner.

Erster Computer "Z1"

Nach den Recherchen des Technikmuseums baute Konrad Zuse 1936 in seinem Berliner Wohnzimmer den ersten programmgesteuerten digitalen Computer. Die Maschine mit dem Namen Z1, die heute als Nachbau im Museum steht, war so groß wie ein Doppelbett. Bauingenieur Zuse erdachte in den 1940er Jahren auch die erste universelle, algorithmische Programmiersprache der Welt. Seine Erfindungen, die viele Mathematiker und Informatiker heute noch genial nennen, begründete Zuse stets humorvoll: Er sei zu faul zum Rechnen.

Zuse war seiner Zeit mit seinem Z1-Computer nach Einschätzung heutiger Informatiker um rund ein Jahrzehnt voraus. Genutzt hat ihm das nicht viel. Zuses große Erfindungen fielen in die Zeit des Nazi- Regimes in Deutschland, dessen Nähe Zuse nach Angaben seines Sohnes Horst bewusst nicht suchte. Nach dem Zweiten Weltkrieg erkannte in Westdeutschland kaum jemand das Potenzial von Computern. Mit seiner eigenen Firma Zuse KG im hessischen Neukirchen konnte der Erfinder ab 1949 keine großen Erfolge verbuchen. Aufträge brachten nicht genug Geld herein, um die immensen Entwicklungskosten zu finanzieren. Subventionen gab es noch nicht.

IBM, Siemens und Telefunken brachten Konkurrenz

In den USA war unterdessen IBM zur Konkurrenz geworden, in Deutschland starteten Siemens und Telefunken durch. 1967 musste Zuse seine verschuldete Firma notgedrungen an Siemens verkaufen. Reich geworden sei er dabei nicht, sagt sein Sohn. Die Grundgedanken der Zuse-Erfindung aber steckten bis heute in jedem Prozessor.

in Berlin erinnert am Dienstag und Mittwoch ein wissenschaftliches Symposium an Zuses Leistungen. Ausstellungen gibt es in diesem Jahr außer in Berlin auch in Dresden, Paderborn, Hünfeld, Hoyerswerda und Kiel.

(Saskia Brintrup)

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