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Murdoch vs. Obama: Heftige Debatte über "SOPA"

Das in den USA geplante Gesetz gegen die Verletzung des Urheberrechts im Internet (SOPA) erregt die Gemüter. Die US-Regierung stellt sich wie Google, Facebook und Twitter gegen das Gesetz. Verleger Murdoch und einige Verbände unterstützten dagegen SOPA.

17.01.2012, 17:01 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Das Schlagwort "SOPA" bewegt die Internet-Nutzer in den USA: Ein geplantes Gesetz sieht auch Netzsperren für Anbieter von Raubkopien vor. Unterstützung erhielten die Kritiker jetzt von der Regierung. Darüber empören sich Verleger wie Rupert Murdoch.

US-Regierung gegen neues Gesetz

Mit harten Bandagen wird in den USA um neue rechtliche Waffen gegen Online-Piraten gestritten. Nach wochenlanger Debatte ergriff jetzt die Regierung von US-Präsident Barack Obama das Wort und wandte sich gegen das Gesetzesvorhaben mit der Bezeichnung "Stop Online Piracy Act" (SOPA).

Die Verletzung von Urheberrechten auf Webseiten im Ausland sei zwar ein ernstes Problem, das eine Antwort des Gesetzgebers erfordere, heißt es in einem Blog-Beitrag des Weißen Hauses vom Sonntag (Ortszeit). Aber "wir werden kein Gesetz unterstützen, das die Meinungsfreiheit einschränkt, die Risiken der Cyber-Sicherheit erhöht oder die dynamische und innovative Kraft des weltweiten Netzes untergräbt".


Murdoch sieht Google führend bei Urheberrechtsverstößen im Internet

Die klaren Worte sorgten für Unmut beim Chef des News-Corp-Medienimperiums, Rupert Murdoch, der ebenso wie einige andere Medienkonzerne und Verbände SOPA unterstützt. Der 80-Jährige wetterte über den Kurzmitteilungsdienst Twitter, der Präsident der USA unterstütze die Online-Piraten. Dem SOPA-Kritiker Google warf Murdoch vor, bei Urheberrechtsverstößen im Internet ("Piracy Leader") führend zu sein. Als Beleg führte er unter anderem an, dass er bei einer Google-Suche nach "Mission: Impossible" auch Links gefunden habe, unter denen der neue Film kostenlos zu sehen sein soll. Google profitiere vom Anzeigenverkauf im Umfeld solcher Angebote, argumentierte Murdoch.

Google wies die Vorwürfe von Murdoch umgehend als "Quatsch" zurück. "Im vergangenen Jahr haben wir fünf Millionen Webseiten wegen Urheberrechtsverletzungen aus unseren Suchergebnissen entfernt", hieß es in einer Stellungnahme. "Wir kämpfen jeden Tag gegen Piraten und Fälscher."

"Internet Blackout" am 18. Januar

Zusammen mit anderen Internet-Firmen wie Facebook und Twitter hat sich Google auf die Seite der SOPA-Kritiker gestellt. Zu den Initiativen der Gegner gehört ein umfassender "Internet Blackout" am kommenden Mittwoch. Die freiwilligen Verfasser von Artikeln der Online-Enzyklopädie Wikipedia sprachen sich in einer Abstimmung mit großer Mehrheit für eine umfassende zeitlich befristete Abschaltung aus.

(Jörg Schamberg)

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