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Murdoch glaubt an Erfolg von Sky Deutschland

Trotz schlechter Zahlen will die News Corporation langfristig an Sky Deutschland festhalten. James Murdoch zeigt sich im "Spiegel"-Interview überzeugt vom Erfolg. Vieles sei in Deutschland noch nicht ausprobiert worden.

26.10.2009, 13:05 Uhr
Sky © Sky Deutschland

Der deutsche Fernsehmarkt zeigt sich bunt und vielfältig. Etliche öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender bieten kostenloses Free-TV, gezahlt werden muss allerdings die Rundfunkgebühr. Pay-TV war in Deutschland dagegen bislang kaum erfolgreich. Anfang Juli änderte der mit tiefroten Zahlen kämpfende Münchener Bezahlsender Premiere seinen Namen in Sky und möchte nun an den Erfolg der anderen europäischen Sky-Sender der News Corporation von Rupert Murdoch anknüpfen. Gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zeigte sich James Murdoch, Sohn des 78 Jahre alten Medienmagnaten und künftiger Thronfolger an der Spitze des Konzerns, überzeugt von einem Erfolg für Sky Deutschland.
Pay-TV erst am Anfang
Trotz der jahrelangen roten Zahlen bei der deutschen Tochter zeigt sich Murdoch optimistisch und verspricht Geduld bei der Sanierung des deutschen Abosenders, die bislang schon Millionen verschlungen hat. "Uns war von Anfang an klar, dass das ein harter Brocken wird und dass wir Zeit brauchen, aber wir kriegen das hin", so Murdoch. Der deutsche Pay-TV-Sender hatte in den letzten Jahren vor allem Verluste angehäuft, nur ein einziges Mal innerhalb von 18 Jahren konnte ein Gewinn erzielt werden. Der deutsche Markt für Bezahlfernsehen sei trotzdem erst am Anfang. "Vieles wurde in Deutschland nie wirklich ausprobiert. Wir bringen jetzt die Erfahrung und ein Team mit," so Murdoch weiter. Sky Deutschland werde für seinen Konzern "ziemlich sicher einer der nächsten großen Meilensteine".
Erfolg der Sky-Sender in anderen Ländern
Murdoch stützt seine Hoffnung auf die Erfahrungen der News Corporation in anderen Ländern, wo es ebenfalls Bedenken gegeben habe. In Italien hätte das Unternehmen in fünf Jahren fünf Millionen Pay-TV-Kunden gewinnen können. In Großbritannien erreiche die dortige Sky-Gruppe fast zehn Millionen Abonnenten. Dort will Sky 2010 neuartiges 3D-Fernsehen starten. Die Kunden in diesen Ländern seien alle "freiwillig gekommen".
Murdoch Junior kritisierte im "Spiegel"-Interview die öffentlich-rechtlichen Sender scharf. Er zielt dabei unter anderem auf deren Aktivitäten im Internet, die in Konkurrenz zu privaten Verlagen treten. "Mich stört einfach, dass man darüber keine vernünftige Diskussion führen kann, weil der öffentlich-rechtliche Apparat überall als fast heilig und unantastbar gilt", so Murdoch.

(Jörg Schamberg)

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